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Kann Oldenburg das Play-off-Trauma gegen Alba beenden?

Setzen sich Will Cummings & Co. gegen Alba durch?

Setzen sich Will Cummings & Co. gegen Alba durch? imago images

EWE Baskets Oldenburg (2.) - Alba Berlin (3.)

Die erste Play-off-Runde: Verlief für beide Mannschaften nach Plan. Denn sowohl Oldenburg als auch Berlin siegten mit 3:0. Die EWE Baskets setzten sich glatt gegen Bonn durch, gewannen jede Partie mit zehn Punkten Vorsprung oder mehr. Das 3:0 gegen die Telekom Baskets war erst der zweite Sweep der Klub-Geschichte. Die Korbdifferenz von +34 war allerdings deutlicher als das +19 im Halbfinale 2009 gegen Bamberg.

BBL Play-offs - Halbfinale - Best of 5
Halbfinale - Best of 5

Auch für Alba gab es einen Sweep gegen Ulm. "Auch wenn ein 3:0 deutlich ist, waren alle Spiele intensiv und Ulm hat gut gespielt", betonte Berlins Trainer Aito Garcia Reneses nach dem entscheidenden Spiel drei. Allerdings zeigt ein Blick auf die Ergebnisse, dass die Serie schon sehr deutlich war. Denn die Albatrosse haben insgesamt 61 Punkte mehr als der Kontrahent gemacht.

Was lief gut? Im Grunde genommen bei beiden Mannschaften schon sehr viel. Beide Teams konnten auch Kraft sparen, mussten in keine vierte Partie. Oldenburg erzielte im Schnitt 99,7 Punkte, 66,7 Prozent der Würfe aus Nah- und Mitteldistanz wurden verwandelt. Die EWE Baskets erlaubten sich nur 8,7 Ballverluste, das ist der Bestwert der Playoff-Teilnehmer. In Sachen Offensivpower ist Alba dem Kontrahenten in der Postseason allerdings einen Tick voraus, denn die Hauptstädter kamen sogar im Schnitt auf 101,7 Zähler in den drei Partien. Damit treffen nun im Halbfinale die zwei bislang besten Offensivteams der Play-offs aufeinander. Mit Will Cummings haben die Oldenburger den MVP der regulären Saison in ihren Reihen. Und auch in der ersten Runde gegen Bonn hat der Aufbauspieler abgeliefert, im Schnitt kommt er auf sagenhafte 27.3 Punkte - natürlich Bestwert in den Play-offs.

Was gilt es noch zu verbessern? Das ist eine gute Frage. Für beide Mannschaften lief es nämlich in den ersten drei Partien recht glatt. Den Berlinern spielt es sicherlich in die Karten, dass sie nach dem letzten Sieg gegen Ulm eine Woche Pause hatten. Die angeschlagenen Dennis Clifford (Gehirnerschütterung) und Landry Nnoko (Rückenprobleme), die in Spiel drei nicht mitwirken konnten, hatten Zeit, ihre Verletzungen auszukurieren.

Ausblick: "Es ist Zeit, Geschichte zu schreiben!", heißt es auf der Oldenburger Website. Die EWE Baskets spielen das sechste Halbfinale der Klubgeschichte und wollen zum vierten Mal ins Finale. 2009 sprang der Titel heraus, 2013 und 2017 verloren die Oldenburger mit 0:3 gegen Bamberg. Zum fünften Mal trifft die Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic in den Play-offs auf Alba, noch nie konnten die Baskets gewinnen. Allerdings stehen die Chancen dieses Jahr nicht schlecht, denn der Tabellenzweite der Hauptrunde genießt Heimrecht und ist zu Hause kaum zu schlagen: Vor eigenem Publikum gab es für Oldenburg nach der Pokalniederlage zu Saisonbeginn gegen Jena (91:94) 18 Siege aus 19 Spielen. Nur einmal mussten sich die Baskets in der Liga geschlagen geben - mit 84:93 gegen Berlin. Aber die Partie bei den Albatrossen entschieden die EWE Baskets für sich (94:78).

"Mit Oldenburg wartet ein sehr starker Gegner auf uns", sagt deswegen Berlins Coach Aito zu Recht. Alba wird wie in der ersten Runde versuchen, die Partie mit ihrem Tempo zu diktieren. Das Team aus der Hauptstadt macht das Spiel gerne schnell und schließt im Fastbreak ab, das gilt es für Oldenburg zu verhindern. "Sie werden eher schauen, dass sie das Tempo dosieren, und wir müssen sehen, dass wir versuchen, dem Spiel unser Tempo aufzudrücken", sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Der achtmalige Deutsche Meister muss sich auf eine harte Serie einstellen. Allerdings lechzen die Albatrosse nach einem Titel, zuletzt wurden sie 2008 Meister. Unter Trainer Aito warten die Hauptstädter noch auf eine Trophäe, allerdings waren sie schon oft nah dran.

kicker-Tipp: Auf dem Papier verspricht es eine tolle Serie mit zwei ausgezeichneten Teams zu werden. Natürlich kann es in beide Richtungen kippen - und auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Der Heimvorteil könnte der entscheidende Vorteil für Oldenburg sein, denn vor eigenem Publikum ist das Drijencic-Team bislang immens stark. Deswegen geht die Serie mit 3:2 an die EWE Baskets.

Mirko Strässer