Serie A, 38. Spieltag

Drama in San Siro: Empoli in Trauer, Milan ebenso

Daniele de Rossi

Letzter Auftritt im Olimpico: Daniele de Rossi. imago images

Emotionen in Rom

Mit Atalanta Bergamo, den beiden Mailänder Klubs und AS Rom hofften gleich vier Teams auf die Königsklasse. Gerade mal drei Punkte trennten dabei die vier Klubs. Die schlechtesten Karten hatte die Roma, bei der schon sehr viel zusammenkommen hätte müssen, damit es noch reichen würde - Rom brauchte gegen Parma einen Sieg mit vier Toren Differenz und jeweils eine Niederlage von AC und Inter Mailand.

Die Giallorossi gewannen zwar gegen Parma - Pellegrini (35.) und Perotti (88.) trafen für Rom, Gervinho (86.) für die Gäste, mit der CL hatten sie unter dem Strich aber nichts mehr zu tun. Spielerisch hatte die Partie insgesamt nicht sonderlich viel zu bieten, dafür wurde es aber emotional. Die Roma-Fans verabschiedeten sich mit Sprechchören von Trainer-Legende Claudio Ranieri sowie später von Klub-Legende de Rossi, der kurz vor Schluss ausgewechselt wurde. Die Roma wird daher 2019/20 in der Europa League starten - ebenso wie Stadtrivale Lazio, das sein Ticket durch den Gewinn der Coppa Italia buchte.

Sassuolo sieht zweimal Rot - Bergamo nutzt das

Duvan Zapata

Traf auch am 38. Spieltag für Bergamo: Duvan Zapata. imago images

In Bergamo war der Druck besonders groß, winkte doch die erste CL-Teilnahme überhaupt. Kurios: Das Spiel fand gar nicht in Bergamo statt, sondern in Sassuolo: Atalantas Stadion wird umgebaut, sodass man nach Sassuolo umzog, um dort das eigene Heimspiel gegen Sassuolo (!) auszutragen. Die Anspannung war im intensiven Duell gegen Sassuolo zu spüren - und sie entlud sich in einer Rudelbildung während der Halbzeit. An dieser dürften rund 40 Personen beteiligt gewesen sein, Schiedsrichter Daniele Doveri zückte dabei zweimal Gelb und zeigte zudem Sassuolos Berardi Rot (45.). Bitter für Berardi, der zuvor seine Farben sogar überraschend in Führung gebracht hatte (19.). Zapata hatte den Rückstand noch in Hälfte eins wettgemacht (35.), ehe Gomez nach dem Seitenwechsel Atalantas Überzahl nutzte und zum 2:1 lupfte (53.). Mit einem Mann mehr ließ sich Bergamo den Dreier nicht mehr nehmen, gewann dank Joker Pasalic (65.) gar mit 3:1 und freut sich nun auf Real, Barça, Bayern & Co. - Sassuolo kassierte übrigens noch einen Platzverweis, Magnanelli sah Gelb-Rot (83.).

Mailänder Achterbahnfahrt

Der AC Mailand musste als einzige Mannschaft aus dem Quartett auswärts ran - und erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Bei SPAL Ferrara sprach zunächst sehr viel für die Rossoneri, die sich angetrieben vom agilen Kessié, der das 1:0 von Calhanoglu auflegte (18.) und etwas später das 2:0 selbst bewerkstelligte (23.), bereits in ruhigen Gewässern wähnten. Doch dann kam auf einmal der Außenseiter auf, Vicari (28.) und Fares (53.) sorgten für das überraschende 2:2. Die Gattuso-Elf musste nun antworten - und tat dies auch: Piatek wurde im Sechzehner gelegt, Kessié trat an, traf sicher und brachte Milan wieder in Führung (66.), die die Lombarden letztlich über die Zeit brachten.

Genuas Vertrauen in Inter wird nicht enttäuscht

Keita Baldé

Sein Tor führte Inter in die CL, seinen Platzverweis konnte er am Ende verschmerzen: Keita Baldé. imago images

Milan hatte seine Aufgabe also erledigt, brauchte aber Schützenhilfe. Von Sassuolo war diese ausgeblieben, blieb die Hoffnung auf Empoli, das bei Inter Mailand um den Klassenerhalt kämpfte. Und das Kellerkind machte Inter das Leben schwer, konnte dem Dauerdruck der Nerazzurri jedoch nur bis zur 51. Minute standhalten. Der zum Seitenwechsel gekommene Baldé traf zum hochverdienten 1:0. Etwas später bot sich Icardi die dicke Chance, die Vorentscheidung herbeizuführen. Der Argentinier bekam einen diskussionswürdigen Strafstoß zugesprochen, scheiterte dann aber vom ominösen Punkt aus an Schlussmann Dragowski (61.). So musste Inter weiter zittern, da es nur einen Empoli-Treffer brauchte, um auf Platz fünf abzustürzen. Und die Gäste probierten es, drängten mit Macht nach vorne, kamen auch zu Chancen und glichen aus - Traore stand goldrichtig und drückte das Runde aus kurzer Distanz zum 1:1 (76.) über die Linie.

Traores Tor war nicht nur besonders schmerzhaft für Inter Mailand, sondern auch für den CFC Genua. Dieser war im Abstiegskracher in Florenz gefordert - und hatte über weite Strecken des Spiels viel zu wenig investiert. Der Viola hätte von vornherein ein Remis gereicht, aber die "Griffoni" liefen Gefahr, abzusteigen, da sie den direkten Vergleich gegen Empoli verloren hatten. Es war ein Vabanquespiel der Genueser, die offenbar enormes Vertrauen in Inter hatten - und letztlich nicht enttäuscht wurden: Nainggolan war in San Siro in der 81. Minute zur Stelle und brachte die Hausherren wieder in Führung.

Alles paletti für Inter? Keineswegs, denn Empoli warf in der Schlussphase alles nach vorne, rannte mit dem Mute der Verzweiflung an - und die Partie wurde so richtig turbulent. Weil aber hüben wie drüben dickste Chancen liegen gelassen wurden, reichte es für Empoli letztlich nicht. In der Schlussphase überschlugen sich noch einmal die Ereignisse: Zuerst traf Brozovic nach Ecke ins leere Tor, doch nach Sichtung der TV-Bilder gab es den Treffer nicht, vielmehr flog Inters Baldé wegen eines klaren Fouls am zurücklaufenden Schlussmann Dragowski an der Mittellinie mit Gelb-Rot vom Platz (90.+7). Empoli probierte es noch einmal - und musse dennoch als großer Verlierer des 38. Spieltags den bitteren Gang in die Serie B antreten.

Und Milan? Das trauerte ebenso, denn die Rossoneri verpassten die CL und werden in der kommenden Saison "nur" in der Europa League vertreten sein.