Vorschau auf das Stanley-Cup-Finale 2019

Kompakte Bruins ohne echte Schwachpunkte

Zdeno Chara, Brandon Carlo, Patrice Bergeron (v.li.)

Führungsspieler auch noch mit 42: Zdeno Chara (li.). imago

Der Weg ins Finale

Die Bruins hatten in Runde eins erhebliche Mühe mit den offensivstarken Toronto Maple Leafs, die in der Serie zwischenzeitlich mit 3:2 geführt hatten. Doch zum dritten Mal in den letzten sechs Jahren sicherte sich Boston das Weiterkommen gegen die "Ahornblätter" zu Hause im entscheidenden siebten Spiel. In Runde zwei ging es zunächst mühevoll weiter, denn die Columbus Blue Jackets lagen nach der umkämpften Partien - zwei davon mit Overtime - bereits mit 2:1 in Front. Doch dann ließen bei den Blue Jackets die Kräfte nach, während die Bruins immer besser in Schwung kamen. Die Folge waren sieben Siege in Serie, die Boston erst das Weiterkommen in Runde zwei (mit 4:2) - und dann sogar den "Sweep" gegen die Carolina Hurricanes im Conference-Finale sicherten.

NHL Stanley Cup - Play-offs - Finale - Best of 7
Finale - Best of 7
Vereinsdaten St. Louis Blues

Anschrift St. Louis Blues
Savvis Center
1401 Clark Avenue
St. Louis, Missouri, USA 63103

Internetwww.stlouisblues.com/

Vereinsinfo

Offensive

Wie die Blues hat auch Boston bereits 57 Punkte in den laufenden Play-offs erzielt - und dies in zwei Partien weniger. Neben der Paradereihe mit Patrice Bergeron (33), Topscorer Brad Marchand (31) und David Pastrnak (22) ist auch "Play-off-Spezialist" David Krejci ein wichtiger Faktor. Hinzu kommt, dass die beiden vor der Transferdeadline im Februar nachverpflichteten Charlie Coyle(27; sechs Tore und sechs Assists) sowie Marcus Johansson (28; drei Tore, sechs Assists) in den Play-offs exzellent aufgelegt sind und somit eine dritte gefährliche Angriffslinie bilden. Der zu Beginn der Play-offs noch verletzte Zwei-Wege-Center Sean Kuraly (26) beschert Coach Bruce Cassidy selbst in Reihe vier einen vielseitigen Mittelstürmer. Besonders herausragend in den Play-offs: Das Powerplay mit exzellenten 34 Prozent Erfolgsquote.

Defensive

Charlie McAvoy (li.), Tuukka Rask

Großer Rückhalt der Bruins: Keeper Tuukka Rask (re.). imago

Gerade einmal 33 Tore kassierten die Bruins in 17 Spielen und damit satte 15 weniger als Finalgegner St. Louis (in 19 Partien). Zdeno Chara (42) punktet zwar nicht mehr so gut wie einst, ist als Führungsspieler und in der Defensive aber nach wie vor ein wichtiger Faktor - und mit dafür verantwortlich, dass das Penalty Killing mit über 86 Prozent in den Play-offs exzellent funktioniert. Die jungen Charlie McAvoy (21) und Brandon Carlo (22) zeigen zudem, dass sie bereits viel von Chara gelernt haben. Torey Krug (28), der in dieser Saison bereits auf insgesamt 65 Scorerpunkte kommt, entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem der besten Offensivverteidiger der NHL. Der über ähnliche Anlagen wie Krug verfügende Matt Grzelcyk (25) überraschte in den Play-offs mit bislang drei Toren und vier Vorlagen.

Tor

Tuukka Rask (32) gehört sein Jahren zu den besten Keepern der NHL. 2013/14 gewann der Finne die Vezina Trophy. Beim Stanley-Cup-Sieg 2011 war Rask indes noch Nummer zwei hinter Tim Thomas. Im anspruchsvollen Bruins-Umfeld wurde nach ein wenig schwankenden Leistungen in den vergangenen drei Jahren zunehmend Kritik am Torhüter laut. Doch schon in der Endphase der Hauptrunde und erst Recht seit dem Start der Play-offs macht Rask die Kritiker mundtot. Stattdessen geht der Torhüter, der über exzellentes Stellungsspiel und viel Ruhe verfügt, mit einer Fangquote von 94,2 Prozent und einem Gegentorschnitt von gerade einmal 1,84 Treffern pro Partie als heißer Kandidat auf die Conn-Smythe-Trophy als Play-off-MVP in die Finalserie.

Hauptrunde

In der regulären Saison gewann in den beiden Partien jeweils das Heim-Team: In Boston setzten sich die Bruins mit 5:2 durch (Tore: 1:0 Krug, 1:1 O'Reilly, 1:2 Gunnarsson, 2:2 Backes, 3:2 Wagner, 4:2 Marchand, 5:2 Kuraly), in St. Louis gewannen die Blues mit 2:1 n.P. (Tore: 1:0 Steen, 1:1 Wagner, 2:1 Blais - Penalty).

Joachim Meyer

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Ein Methusalem, zwei Torjäger und ein "Mr. Play-offs"