BVB setzt den vollen Fokus auf den letzten Spieltag

Dortmund verzichtet gerne auf den großen Rummel

Konzentrierte Vorbereitung auf das große Finale für den BVB: Marco Reus, Sebastian Kehl und Lucien Favre (v.l.).

Konzentrierte Vorbereitung auf das große Finale für den BVB: Marco Reus, Sebastian Kehl und Lucien Favre (v.l.). imago images (3)

Medientermine: Null. Öffentliche Trainings: Null. Borussia Dortmund konzentriert sich in der Woche vor dem letzten Bundesligaspiel der Saison am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) in Mönchengladbach voll auf sich selbst. Lediglich die obligatorische Pressekonferenz mit Trainer Lucien Favre und Sportdirektor Michael Zorc sowie eine für Medien zugängliche Einheit stehen in den Tagen vor dem finalen Fernduell um die Meisterschaft mit dem FC Bayern auf dem offiziellen Programm.

So viel von dem Titelkampf-Trubel wie möglich wollen die Verantwortlichen des BVB von ihren Spielern fernhalten. Sie sollen sich auf sich und ihre Arbeit konzentrieren - und sich vor allem von der engen Situation an der Spitze, die durchaus einen hohen Druck erzeugen kann, nicht verrückt machen lassen. "Es ist eine ganz spezielle Woche, weil jeder weiß, dass am Samstag noch alles passieren kann", sagt Kehl, der Leiter der Dortmunder Lizenzspielerabteilung. Gerade deshalb versuche man bei der Borussia, "viel von der Mannschaft wegzuhalten, damit das Team Ruhe hat beim Training und sich die Spieler gut regenerieren können". Denn: "Die geistige Frische ist enorm wichtig."

Borussia Dortmund - Die letzten Spiele
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2
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Spielersteckbrief Reus

Reus Marco

Bundesliga - 34. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
78
2
Borussia Dortmund
76
3
RB Leipzig
66

"Wir müssen mit Freude und Leichtigkeit ins Spiel gehen"

Ähnlich wie Klubboss Hans-Joachim Watzke versucht auch Ex-Profi und -Kapitän Kehl, die Dortmunder Profis von jeder nervlichen Belastung freizusprechen. Zwar gibt er zu, dass die vergangenen Wochen "sehr nervenaufreibend" gewesen seien. Doch er sagt auch: "Druck und Verkrampfung haben wir nicht mehr. Die Bayern müssen es jetzt regeln. Wir müssen mit Freude und Leichtigkeit ins Spiel gehen."

Wir wollen das kleine Wunder schaffen, das noch möglich ist.

Sebastian Kehl

Punktuell gelang das in den vergangenen Spielen immer wieder - am eindrücklichsten vielleicht in Bremen. Das Dortmunder Problem lag allerdings darin, dass im Laufe der Begegnungen das Zittern anfing und Vorsprünge verspielt oder zumindest heftig ins Wanken gerieten. Der einstige Neun-Punkte-Vorsprung hat sich daher in einen Zwei-Punkte-Rückstand umgewandelt. Der BVB ist auf die Schützenhilfe von Münchens Gegner Eintracht Frankfurt angewiesen und muss selbst in Mönchengladbach gewinnen, um die Titelchance zu nutzen. Und genau das ist das Ziel: "Wir wollen das kleine Wunder schaffen, das noch möglich ist", sagt Kehl. "Wenn es bei den Bayern ein kleines Wanken gibt, dann wollen wir es nutzen."

Mut gemacht haben dem früheren Mittelfeldspieler die jüngsten Auftritte des FC Bayern, die zu Punktverlusten in Nürnberg (1:1) und Leipzig (0:0) führten. "Sie sind auch nicht so souverän und routiniert aufgetreten", diagnostiziert Kehl, woraus er schließt, "dass auch für sie die Situation eine Herausforderung ist."

Matthias Dersch

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