SC stieg vor vier Jahren in Hannover ab - jetzt droht das dem Gegner

Streich: "Es war der bitterste Moment"

Christian Streich

Stieg 2015 mit Freiburg in Hannover ab: Trainer Christian Streich. imago images

Mit 1:2 verlor der SC Freiburg am 23. Mai 2015 sein letztes Spiel bei Hannover 96 und rutschte noch vom 14. auf den 17. Platz ab. Das einzige Freiburger Tor erzielte Joker Nils Petersen erst in der Nachspielzeit. Der Stürmer gehört mit Mike Frantz, Nicolas Höfler und Christian Günter zu den vier Spielern, die in Hannover abstiegen und heute noch zum Kader und Stammpersonal der Freiburger gehören. Die meisten ihrer jetzigen Mitspieler haben das nur am Fernseher miterlebt, wie Stürmer Lucas Höler: "Das war sehr bitter damals für Freiburg und ich glaube, das schmerzt bei manchem noch, deswegen wollen wir auch unbedingt dort gewinnen."

Trainer Christian Streich bezeichnete es in der Rückschau ebenfalls als "bittersten Moment", der für ihn mittlerweile aber keine Rolle mehr spiele. "Zwischendrin ist viel passiert, was positiv war." Denn der Sport-Club habe "das Beste aus dem Abstieg gemacht". Streich ist überzeugt davon, dass es "gewisse Entwicklungen von Spielern" nicht gegeben hätte, wenn sie nicht in der zweiten Liga die Chance dazu gehabt hätten, etwas mehr Fehler zu machen, die in der ersten härter bestraft worden wären. Namentlich nannte er Vincenzo Grifo und Maximilian Philipp, "und ich wüsste noch ein paar mehr". Hinzu kommt, dass die Freiburger nur ein Jahr später schon wieder in der Bundesliga waren. "Wir sind mit breiter Brust zurückgekommen", sagte Streich.

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1
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Keinerlei Mitleid mit dem Gegner

Mit Hannover verbindet er ohnehin nicht nur den bitteren Abstieg, sondern auch den Klassenerhalt drei Jahre zuvor, den er in seiner ersten Halbserie als Cheftrainer mit einem 0:0 am 32. Spieltag dort feierte. Für Hannover, das in dieser Saison nur noch theoretische Chancen den Abstieg zu verhindern, ist ein Sieg gegen den SC die Mindestvoraussetzung. "Na klar wollen die Freiburg schlagen, denn vielleicht passieren noch unglaubliche Dinge, es sind in dieser Woche ja schon welche passiert", sagte Streich in Anspielung auf die beiden Champions-League-Halbfinale. Mitleid mit dem Gegner haben weder der SC-Coach noch seine Spieler. "Irgendjemand muss absteigen", erklärte Höler, "wir gucken nur auf uns, wollen unbedingt mal wieder gewinnen."

Er ist froh, dass er diesmal nicht bis zum letzten Spieltag zittern muss, auch wenn der Klassenerhalt auf dem Sofa am vergangenen Wochenende unspektakulär war und das folgende Unentschieden gegen Düsseldorf auch nicht zur Feierlaune taugte. "Die ganz große Freude blieb deshalb aus", sagte Höler, "aber mir ist es lieber, wenn es etwas ruhiger zugeht."

Daniela Frahm

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