Sevillas schlechte Stimmung - Valencia ausgepowert - Bilbao forsch

Platz vier in Spanien: Lässt Getafe die Etablierten hinter sich?

Getafes Francisco Portillo (re.) gegen Munir El Haddadi (FC Sevilla)

Wer zieht in die Königsklasse ein? Getafes Francisco Portillo (re.) im Duell mit Munir El Haddadi (FC Sevilla). imago

Die Ausgangslage in La Liga vor dem 36. Spieltag: Bei noch neun zu vergebenen Punkten rangiert aktuell Getafe mit 55 Zählern vor dem punktgleichen FC Sevilla. Auf Platz sechs folgt der FC Valencia (52), der ebenso wie Athletic Bilbao (50) noch Chancen auf eine Teilnahme an der Königsklasse hat. Die Vierte zieht das große Los, der Fünfte und Sechste in die Europa League ein. Der Siebte geht leer aus.

Getafe-Trainer Bordalas aktuell gesperrt

Was macht der FC Getafe so weit oben? Der Klub aus dem Ballungsraum Madrid hat in der Vorsaison als Aufsteiger bereits überzeugt und als Achter jede Menge Lorbeeren erhalten. Mit abermals nicht allzu vielen Toren (44) ging es in diesem Spieljahr noch weiter nach oben. Getafe ist das einzige Team unter den Kandidaten, das sich mit drei Siegen sicher in die Champions League hieven kann.

Primera Division - 36. Spieltag
36. Spieltag
Primera Division Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
FC Barcelona
83
2
Atletico Madrid
74
3
Real Madrid
68
4
FC Getafe
58
5
FC Valencia
55
6
FC Sevilla
55
7
Athletic Bilbao
50
8
Espanyol Barcelona
47
9
Deportivo Alaves
47
Tabelle Primera Division
Primera Division - Torjäger 2018/19

Messi Lionel

34 Tore

Messi Lionel
34
Benzema Karim
21
Suarez Luis
21
Stuani Cristhian
18
Ben Yedder Wissam
17
Torjägerliste

Und das trotz Widerständen. Denn Verteidiger Antunes behauptet: "Viele wollen Getafe offenbar nicht in der Champions League sehen. Man sollte vielleicht die Klubs nominieren, die genehm sind, und die Liga damit beenden." Auch Erfolgs-Trainer José Bordalas schimpfte nach der jüngsten 1:2-Niederlage in San Sebastian, bei der er wegen Reklamierens auf die Tribüne musste und dort nun zwei Spiele absitzt: "Uns wurden zwei Elfer verweigert. Es ist offenbar nicht gewollt, dass Getafe da steht, wo es steht."

Relativierend muss erwähnt werden, dass seine Mannschaft vor zwei Wochen im richtungsweisenden Spiel gegen den FC Sevilla (3:0) zwei Elfmeter bekam - und verwandelte beide. Girona und Villarreal heißen noch die Gegner zu Hause. Haken dabei: Beide stehen im Abstiegskampf. Auswärts muss man zu Barça. Das ist zwar schon Meister. Doch im letzten Auftritt der Saison dürften sich Messi und Co. vor den heimischen Fans keine Blöße geben.

Erholt sich Sevilla vom Patzer in Girona?

Die Chance für den FC Sevilla, doch noch vorbeizuziehen? Bei den Andalusiern ist die Stimmung nach dem 0:1 beim Abstiegskandidaten Girona nicht die beste. Die Nerven liegen blank. Ever Banega sah in der Nachspielzeit Rot wegen Nachtretens. Doch statt Banega zu tadeln, schimpft der aus Rom zurückgekehrte Sportdirektor Monchi: "Der Klub muss klarmachen, dass nicht alles toleriert werden kann." Soll heißen: Einspruch einlegen. Ehrlicher ist der an Krebs erkrankte Trainer Joaquin Caparros, der vor dem Match an diesem Freitag gegen Leganes fordert: "Wir müssen uns aufrappeln." Umso mehr, da Sevilla gegen keinen der Konkurrenten den direkten Vergleich gewonnen hat, der am Ende bei Punktgleichheit entscheidet. Noch vor der Tordifferenz.

Valencia tanzt auf drei Hochzeiten

Der FC Valencia tanzt gleich auf drei Hochzeiten. Mit einem energischen Schlussspurt und etwas Glück könnte der Ex-Meister noch auf Platz vier klettern. In der Europa League ist die Finalteilnahme und damit die Chance auf ein CL-Ticket nach dem 1:3 im Hinspiel beim FC Arsenal in weite Ferne gerückt. Ende Mai steigt noch das Finale in der Copa del Rey gegen das klar favorisierte Barça. Ein Titel wäre im Jahr des 100. Klubjubiläums natürlich das Nonplusultra für "Los Che".

Das Restprogramm in der Liga bringt dem sechsmaligen Meister mit Schlusslicht Huesca, Alaves und Valladolid drei auf dem Papier machbare Gegner. Problem: Die Truppe von Trainer Marcelino schießt zu wenige Tore (40 in 35 Spielen), kein Akteur kommt aus dem Spiel heraus auf mehr als fünf Treffer (Nationalspieler Daniel Parejo dank Elfmetern auf neun). Ein schlimmes Szenario droht: Valencia könnte am Ende ausgepowert mit leeren Händen dastehen. Verteidiger Gaya fordert: "Wir dürfen uns jetzt nicht aufgeben." Vorteil: Valencia gewann gegen alle Konkurrenten den direkten Vergleich.

Bilbao: Ibais große Töne

Eine kleine CL-Chance hat auch Athletic Bilbao. Die Basken haben noch zwei Tore weniger erzielt als Valencia (38, zwölf davon durch Iñaki Williams), kletterten nach einem Fehlstart in die Saison jedoch dank grandioser Aufholjagd bis auf sieben hoch. Am Sonntag geht es nach Valladolid. Haken dabei: Der Aufsteiger steckt tief im Abstiegskampf und braucht selbst jeden Punkt. Und am letzten Spieltag muss Bilbao noch zum direkten Konkurrenten Sevilla reisen. Stürmer Ibai tönt dennoch: "Ich unterschreibe, dass wir alle drei Spiele gewinnen."

aho/psm

Tabellenrechner Primera Division