Zwei verletzte Fortunen - Grandioses Karaman-Solo

"Boah, da habe ich mal einen rausgehauen"

Kenan Karaman

Glänzte gegen Bremen mit einem Traumtor: Fortunas Offensivmann Kenan Karaman. imago

Dodi Lukebakio und Benito Raman, oft auch Rouwen Hennings, der gegen Bremen seinen sechsten Saisontreffer erzielte: Von Kenan Karaman ist im bisherigen Saisonverlauf nur selten die Rede gewesen. Meist verliefen die Auftritte des Ex-Hannoveraners eher dezent, unspektakulär. Umso auffälliger nun also das tolle Solo des schlaksigen Offensivmannes, der in der eigenen Hälfte startete, von der Bremer Defensive nicht zu stoppen war, schließlich auch im Abschluss die Ruhe behielt und Fortunas 2:0 erzielte.

"Er ist schließlich mein langjähriger Kumpel und Zimmerkollege, deshalb macht mich besonders froh, dass er sich so belohnt für seinen Aufwand", erzählte Abwehrchef Kaan Ayhan hinterher. "Er hat einen super Job gemacht, das war ein tolles Tor." Insgesamt sprach Ayhan von der "größten Herausforderung, immer weiter 100 Prozent zu geben, nachdem wir ja schon gerettet sind. Es ist aller Ehren wert, hier noch mal eine Schippe drauf zulegen."

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Pfannenstiel: "Sehr griffig, gallig und aggressiv"

Nach längst erfolgter Rettung lässt Fortuna also die Saison keineswegs austrudeln, sondern ist noch einmal zu Höchstleistungen fähig. "Sehr griffig, gallig, aggressiv, kein bisschen Lethargie", lobte auch Sport-Vorstand Lutz Pfannenstiel. "Dieses positive Momentum müssen wir mitnehmen in die nächste Saison."

Er hat nie aufgesteckt, auch wenn er zuletzt häufig draußen bleiben musste.

Trainer Friedhelm Funkel über Karaman

Er erlebe "das schönste Jahr seiner Trainerkarriere", jubelte Friedhelm Funkel hinterher, und der Routinier hat ja schon eine Menge gesehen im Fußball. Wahnsinnig stolz sei er "auf den Charakter dieser Mannschaft", betonte Funkel. Den oft zu unauffälligen Karaman hatte er neulich mal beiseite genommen und ein intensives Gespräch mit dem Offensivmann geführt. "Er hat nie aufgesteckt, auch wenn er zuletzt häufig draußen bleiben musste. Aber ich habe ihm versichert, dass ich weiter auf ihn baue, zu 100 Prozent. Das gilt auch für die nächste Saison", betonte Funkel.

Als Karaman sein spektakuläres Solo ansetzte, warteten viele auf ein Abspiel auf den links mitlaufenden Dodi Lukebakio. "Den habe ich in dieser Szene, ganz ehrlich gesagt, gar nicht gesehen", beteuerte Karaman, der von dem schönsten Treffer seiner Karriere und einem seiner besten Spiele sprach. "Ich habe nur den freien Raum gesehen und bin losgelaufen." Hinterher habe er gedacht: "Boah, da habe ich mal einen rausgehauen".

Entwarnung bei Raman - Barkok droht Zwangspause

Nicht zum allgemeinen Wohlgefühl passten allerdings die Verletzungen zweier Fortuna-Spieler, die ihren Dienst frühzeitig einstellen mussten. Raman, der mit seinem Blitztor nach 47 Sekunden und nun zehn Treffern zu Landsmann Lukebakio aufschloss, erhielt einen Tritt in den Unterleib und musste frühzeitig vom Platz. Der kleine Belgier geht aber davon aus, dass er zeitnah wieder trainieren und auch am kommenden Sonntag in Freiburg spielen kann.

Der für ihn eingewechselte Aymen Barkok allerdings muss die nächste Zwangspause befürchten. Beim Zusammenprall mit Davy Klaassen erlitt der von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Mittelfeldspieler eine schwerwiegende Kopfverletzung, die mit neun Stichen genäht wurde. Zudem zog er sich eine Gehirnerschütterung zu und wird bis auf weiteres pausieren müssen.

Oliver Bitter

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