Hand-Diskussion nach Halles 1:1 in Großaspach

Ziegner: "Mit Videobeweis mindestens ein Elfmeter gegen uns"

HFC-Trainer Torsten Ziegner

Er gab zu, dass seine Elf in Großaspach bei zwei kniffligen Hand-Szenen Glück hatte: HFC-Trainer Torsten Ziegner. imago

Erst sprang das Leder dem grätschenden HFC-Kapitän Jan Washausen aus nächster Nähe an die Hand, kurz darauf lupfte Aspachs Marco Hingerl das Spielgerät Björn Jopek aus der Kurzdistanz an den Arm - beide Male entschied sich Referee Arne Aarnink dagegen, in seine Pfeife zu pusten (71./72.). Dass der Ärger im Aspacher Lager darüber groß war, konnte Halle-Coach Ziegner im Nachgang des Spiels bei "Magenta Sport" gut nachvollziehen: "Die Diskussion (um Handspiele, Anm. d. Red) gibt es nicht erst seit heute, die gibt es schon die ganze Saison über - ligaübergreifend im Übrigen." Der 41-Jährige hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg: "Mit dem Videobeweis hätte der Schiedsrichter mindestens einen Elfmeter gegen uns gegeben."

Zwei Erklärungsansätze für den Leistungsknick

Wäre auch nur eine der beiden Hand-Szenen mit einem Strafstoß geahndet worden, hätte das Pendel beim Stand von 1:1 womöglich ganz zu Gunsten der Hausherren ausschlagen können. Doch wieso war es überhaupt so weit gekommen in einer Partie, in der Halle bis zum Halbzeitpfiff alles im Griff gehabt hatte? "Gute Frage", sagte Sebastian Mai, der Halle infolge eines folgeschweren SGS-Ballverlusts am eigenen Strafraum zur Pausenführung geschossen hatte und sich beim Beschreiben seines satten Rechtschusses vom rechten Fünfereck sehr bescheiden gab ("Ich bin komplett frei, mit ein bisschen Körperspannung kriegt den dann eigentlich jeder unter"). Einen Erklärungsansatz für den Leistungsknick in Hälfte zwei hatte der 25-Jährige dann aber doch noch: "Wir sind einfach nicht mehr so gut in die Zweikämpfe gekommen, und so gibst du dann ein Spiel aus der Hand."

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Trainer Ziegner machte bei der Ursachenforschung indirekt gar den Gegner verantwortlich, der im ersten Durchgang keinen Fuß auf den Boden bekommen hatte: "Möglicherweise ist es so gewesen, dass es in der ersten Halbzeit zu einfach war." Die Spieler hätten nicht gedacht, dass im zweiten Abschnitt noch etwas anbrennen könnte. Erst nach dem 1:1, bei dem HFC-Keeper Kai Eisele sich mit einem schweren Patzer für das vorausgegangene SGS-Torgeschenk revanchiert hatte, habe sich seine Elf "wieder gewehrt". Danach sah Ziegner "einen offenen Schlagabtausch, ein sehr offenes und wildes Spiel".

Ziegners Analyse und Mittelstreckenziel

Nach acht gleichmäßig verteilten Gelben Karten endete die sich am Ende auch durch die strittigen Hand-Szenen immer mehr aufheizende Partie mit dem 18. Unentschieden für die Remis-Könige aus Großaspach. "Wenn wir über 90 Minuten fokussiert geblieben wären, hätten wir gewinnen können. Aber so, wie wir es getan haben, haben wir den Sieg nicht verdient", analysierte Ziegner.

Der Punkt hilft Halle im Aufstiegsrennen nur bedingt weiter: Der Druck auf den Zweiten Karlsruhe (zwei Punkte Vorsprung) wurde nicht erhöht, vielmehr kann Wehen Wiesbaden (zwei Punkte Rückstand) mit einem Sieg am kommenden Montagabend gegen Kaiserslautern (19 Uhr, LIVE! bei kicker.de) nun Platz drei zurückerobern. "Wir würden gerne in Karlsruhe ein Endspiel haben", verrät Ziegner sein Mittelstreckenziel mit Blick auf den letzten Spieltag. Ein Saison-Finale um Platz zwei oder drei? "Das ist egal, es soll aber noch um etwas gehen - dann hätte die Saison ein tolles Ende für uns."

jum