NFL: Die wichtigsten Picks der ersten Runde

Der Draft: Murray geht nach Glendale, Giants überraschen

Kyler Murray

Neuer Quarterback der Cardinals: Top-Pick Kyler Murray. Getty Images

Zum ersten Mal öffnete Nashville (Tennessee) am Donnerstagabend seine Pforten zum lang ersehnten NFL-Draft; dem Tag oder den Tagen, an denen aus Talenten Profis werden. An denen zwei oder drei Positionen über Millionen Dollar entscheiden. Und wieder mal kamen bemerkenswerte Entscheidungen zustande.

Nicht so an Position eins: Da entschieden sich die Arizona Cardinals, das offiziell schlechteste Team der Vorsaison, für Oklahoma-Quarterback Kyler Murray. Obwohl die Birds erst im Draft 2018 mit dem zehnten Pick UCLA-Absolvent Josh Rosen auserkoren hatten, der Quarterback der Zukunft zu werden, kommt der Schritt zu Murray nach wochenlangem Anheizen überhaupt nicht überraschend. Was nun mit Rosen passiert, ist noch offen. Aller Voraussicht nach wollen die Cardinals den 22-Jährigen per Trade loswerden.

Murray kommt mit der Empfehlung von 4361 Yards, 42 Touchdowns und sieben Interceptions in der Vorsaison sowie der Heisman-Trophy nach Glendale, ist der erste Athlet, der sowohl im MLB- als auch im NFL-Draft in der ersten Runde gezogen wurde und gilt trotz seiner überschaubaren 1,78 Meter als vielversprechendster Quarterback dieses Jahrgangs.

Giants überraschen mit Jones - Haskins muss warten

Der zweitbeste, Ohio States Dwayne Haskins, musste lange warten. Denn an Position sechs sorgten die New York Giants für eine Überraschung. Nicht nur, weil General Manager Dave Gettleman, der im März Odell Beckham Jr. nach Cleveland getradet hat, vor dem Draft angekündigt hatte, keinen QB nehmen zu wollen, sondern weil es dann auch noch Dukes Daniel Jones wurde. Immerhin: Die Giants scheinen endlich den Umbruch einzuleiten und sich auf den Abgang der (auf dem absteigenden Ast sitzenden) Ikone Eli Manning vorzubereiten.

Erst an 15. Stelle wurde dann auch Haskins gezogen, sehr zum Wohl der Washington Redskins. Das NFC-East-Team, das voraussichtlich die ganze Saison auf den schwer verletzten Alex Smith verzichten muss, hatte sich vor Wochen zwar Case Keenum von den Denver Broncos geholt, der 31-Jährige ist allerdings keine Langzeitlösung. Ohnehin galt Haskins, in seiner Premierensaison vergangenes Jahr mit 50 Touchdown-Pässen, vor vornherein als Wunschkandidat der Hauptstädter.

Niners ziehen Bosa - Jets entscheiden sich für Williams

Nick Bosa

Ein neuer Pass-Rusher für die 49ers: Nick Bosa mit NFL-Commissioner Roger Goodell. Getty Images

Dazwischen wählten die San Francisco 49ers an zweiter Stelle Defensive End Nick Bosa, den für fast alle Experten besten Spieler des Drafts. Der jüngere Bruder von Chargers-Pass-Rusher Joey Bosa hatte die Vorsaison verletzungsbedingt zwar beinahe komplett verpasst, davor aber in 29 Spielen für die Ohio State Buckeyes mit 17,5 Sacks und 29 Tackles for loss beeindruckt.

Die New York Jets holten mit dem dritten Pick Alabama-Lineman Quinnen Williams, dahinter entschieden sich die Oakland Raiders, die vor kurzem unter anderem Receiver Antonio Brown an Land gezogen hatten, für Pass Rusher Clelin Ferrell von Clemson. An fünf ging es für LSU-Linebacker Devin White zu den Tampa Bay Buccaneers.

Patriots rüsten nach Gronk-Aus auf - Wer schnappt sich Metcalf?

Was sonst noch wichtig war: Ein vierter Quarterback ging an Tag eins nicht von Board, dafür dürfte Missouris Drew Lock sicherlich in der zweiten Runde gezogen werden. Der hoch gehandelte Wide Receiver D.K. Metcalf muss ebenfalls noch auf einen Anruf warten, gleiches gilt für A.J. Brown oder Cornerback Byron Murphy. Die Top-Tight-Ends der Klasse sind dagegen bereits weg: T.J. Hockenson landete bei den Detroit Lions (8. Pick), Noah Fant zieht nach Denver (20.).

Super-Bowl-Champion New England rüstete nach dem Karriereende von Rob Gronkowski das Receiving-Corps auf und ersetzte den Tight End mit Receiver N'Keal Harry.

Lesen Sie hier das Porträt vom Top-Pick: Warum es bei Kyler Murray nicht auf die Größe ankommt

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mkr