NHL-Play-offs: Golden Knights und Maple Leafs ausgeschieden

Spiel-7-Thriller: Sharks und Bruins weiter!

Barclay Goodrow

Der Schuss in die nächste Runde: San Joses Barclay Goodrow erzielt den Siegtreffer. Getty Images

Pavelski-Verletzung als Wendepunkt: San Jose mit Monster-Comeback

Wie schön und brutal Eishockey im selben Moment sein kann, zeigte das alles entscheidende Spiel 7 zwischen San Jose und Vegas. Die Golden Knights lieferten ein Musterbeispiel für gnadenlose Effektivität und gingen trotz der optischen Überlegenheit der Sharks Mitte des ersten und zweiten Drittels durch Tore von William Karlsson (11.) und Cody Eakin (31.) mit 2:0 in Führung. Als Max Pacioretty Anfang des dritten Durchgangs gar auf 3:0 für die Golden Knights stellte (44.), schienen die Würfel gefallen. Doch dann veränderte ausgerechnet eine Verletzung alles.

NHL Stanley Cup - Play-offs - Conference Viertelfinale - Best of 7
Conference Viertelfinale - Best of 7
Vereinsdaten Boston Bruins

Anschrift Boston Bruins
TD Banknorth Garden
100 Legends Way
Boston, Massachusetts, USA 02114

Internetwww.bostonbruins.com/

Vereinsinfo
Vereinsdaten Toronto Maple Leafs

Anschrift Toronto Maple Leafs
40 Bay Street
Suite 400
Toronto, Ontario, Canada M5J 2X2

Internetwww.mapleleafs.com/

Vereinsinfo
Vereinsdaten San Jose Sharks

Anschrift San Jose Sharks
525 West Santa Clara Street
San Jose, California, USA 95113

Internetwww.sj-sharks.com/

Vereinsinfo
Vereinsdaten Vegas Golden Knights

Gründungsdatum22.06.2016

Internetwww.nhl.com/goldenknights

Vereinsinfo

Eakin teilte einen Stockcheck gegen San Joses Kapitän Joe Pavelski aus. Während dieser nach hinten umfiel, wurde er zusätzlich von Paul Stastny böse ausgehebelt, schlug mit dem Kopf- und Schulterbereich hart aufs Eis auf und blieb regungslos und blutend liegen (50.). Pavelski kehrte nicht wieder zurück - genauso wie Eakin, der eine Matchstrafe (5+20 Minuten) erhielt und den Sharks somit ein permanentes Powerplay von fünf Minuten ermöglichte. Der Wendepunkt in dieser Partie.

Binnen 4:01 Minuten nämlich zauberten die Nord-Kalifornier aus einem 0:3-Rückstand eine 4:3-Führung: Logan Couture (50., 53.), Tomas Hertl (51.) und Kevin Labanc (54.) ließen das "Haifischbecken" mit vier Überzahl-Treffern überschäumen. "Ich glaube, sie haben einen Mitspieler gesehen, den sie lieben und respektieren und wollten in der Not etwas tun, um die Situation zu verbessern. Das hieß ein paar Tore schießen und uns zurück ins Spiel bringen. Genau das haben sie gemacht", erklärte San Joses Trainer Peter DeBoer den plötzlichen Wandel.

Die Golden Knights aber gaben sich noch nicht geschlagen, starteten eine leidenschaftliche Schlussoffensive und gingen "all-in": Torwart Marc-Andre Fleury verließ sein Tor für einen zusätzlichen Stürmer - ein Risiko, das sich auszahlen sollte: Jonathan Marchessault glich 47 Sekunden vor Schluss auf 4:4 aus (60.).

San Jose Sharks - Vegas Golden Knights

Jubel in Teal: Die Sharks feiern den Einzug ins Conference-Halbfinale. Getty Images

Also ging der packende Thriller in die Overtime, in der beide Teams hochkarätige Chancen auf den Siegtreffer liegen ließen. Zum großen Helden avancierte dann nicht etwa einer der Stars, sondern ein Viertreihen-Stürmer: Barclay Goodrow umkurvte Fleury, schob zum 5:4 n.V. ein und verschwand kurz darauf unter ohrenbetäubendem Jubel in einer türkisfarbenen Jubeltraube (79.). Die Sharks zogen in die nächste Runde ein - für Vegas bedeutete der Gegentreffer das Saison-Aus. "Letztes Jahr waren wir im Stanley-Cup-Finale und es war schmerzhaft zu verlieren", sagte Knights-Coach Gerard Gallant. "Heute war es schmerzhafter. Wirklich."

Vierte Reihe richtet es für die Bruins

Sean Kuraly

Jubelsprung: Bostons Sean Kuraly (r.) feiert mit den Fans - Torontos Morgan Rielly dreht enttäuscht ab. imago

Auch in Boston herrschte Hochspannung, als die Bruins den Maple Leafs in Spiel 7 gegenüberstanden. Den Unterschied machte an diesem Tag die Tiefe, denn die hinteren Sturmreihen lieferten die entscheidenden Tore: Boston ging durch Joakim Nordstrom (15.) und Marcus Johansson (18.) mit 2:0 in Führung. Die Antwort der kanadischen Gäste folgte im Mitteldrittel, als John Tavares den Anschluss herstellte (24.). Im dritten Abschnitt war es dann ein unwiderstehliches Solo von Sean Kuraly, das den Leafs den Zahn zog: Der Stürmer startete an der Mittellinie, ließ drei Gegenspieler wie Slalomstangen stehen und vollendete mit einem Handgelenksschuss in den rechten Winkel zum 3:1 (43.). Zwei "Empty Net"-Tore von Charlie Coyle (58.) und Patrice Bergeron (60.) schraubten den Endstand noch auf 5:1.

NHL Play-offs 2019

Damit kam die dritte Sturmreihe der Bruins mit Johansson (ein Tor), Coyle (ein Tor) und Karson Kuhlman auf zwei Scorerpunkte. Die vierte Linie mit Nordstrom (ein Tor, ein Assist), Kuraly (ein Tor, ein Assist) und Noel Acciari (ein Assist) brachte es sogar auf fünf Punkte. Einen Sahnetag erwischte auch Goalie Tuukka Rask, der 32 von 33 Schüssen stoppte (97 Prozent Fangquote. "Es war ein Charakter-Sieg gegen ein starkes Team", freute sich Bergeron. "Es war großartig. Die Fans waren sehr laut, haben uns extra Energie gegeben und wir haben uns davon ernährt", schickte Verteidiger-Hüne Zdeno Chara ein Sonderlob an die eigenen Fans.

Für Toronto ist die Saison dagegen beendet. "Es ist frustrierend", ärgerte sich Trainer Mike Babcock. "Es war wie in der Serie im Vorjahr: Wir waren die bessere Mannschaft, aber wurden am Ende dafür nicht belohnt." Auch Stürmer Tavares war geschockt, blickte aber mit Zuversicht in die Zukunft: "Wir müssen einen Weg finden, besser zu werden. Wir haben viel Qualität in der Mannschaft, viel Talent, viele junge Spieler - wir können uns noch viel steigern."

NHL-Ergebnisse vom Dienstag, dem 23. April 2019:

Boston Bruins - Toronto Maple Leafs 5:1

Play-off-Endstand: 4:3


San Jose Sharks - Vegas Golden Knights 5:4 n.V.

Christian Rupp

Play-off-Endstand: 4:3

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Die dritten Trikots in der NHL