Tottenham Hotspur schreibt Champions-League-Geschichte

"Komplett verrückt": Son zeigt sich vergesslich

Heung-Min Son

Steht mit Tottenham Hotspur im Halbfinale der Champions League: Stürmer Heung-Min Son. imago

Ohne das verletzte Aushängeschild Harry Kane (schwere Bänderverletzung) war Tottenham Hotspur ins Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals gegangen. Als großer Nachteil sollte sich das am Ende aber nicht herausstellen. Denn dank eines späten, glücklichen Tores von Joker Llorente, der die Kugel nach einer Ecke mit dem rechten Becken ins Netz drückte, und dank eines Doppelpacks von Heung-Min Son zogen die Spurs trotz dieser verrückten 3:4-Niederlage zum ersten Mal ins CL-Halbfinale ein.

Der Südkoreaner, einst beim Hamburger SV und Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga tätig, bewies mit seinen zwei Treffern direkt auch wieder, dass er ohne Kane bestens funktioniert. Denn Son schoss nicht nur vier Tore in seinen letzten vier CL-Spielen und insgesamt zehn Pflichtspieltreffer in diesem Jahr 2019 (Höchstwert bei den Spurs), er erzielte obendrein auch acht seiner jüngsten neun Tore, wenn Kane gefehlt hatte.

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"Vergesslicher" Doppelpacker Son

Sich mit diesen Werten brüsten kommt für den bescheidenen Offensivmann natürlich nicht infrage, der 26-jährige Son formulierte gegenüber "Sky" in fließendem Deutsch eher dies: "Meine Tore waren natürlich wichtig, denn damit sind wir direkt zu Beginn des Spiels wieder zurückgekommen. Ich bin froh, dass ich damit meiner Mannschaft helfen konnte. Und ich bin dankbar, dass ich Champions League spielen darf - und wir alle uns jetzt aufs Halbfinale freuen dürfen."

Wie das Spiel genau abgelaufen ist, daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern.

Spurs-Angreifer Heung-Min Son nach dem 3:4 bei Manchester City

Angesprochen auf Details des höchst wilden Duells mit Manchester City, das bereits nach 21 Minuten 2:2 gestanden hatte, gab Son zu: "Wie das Spiel genau abgelaufen ist, daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Das war einfach komplett verrückt. Wir haben zwischenzeitlich nachgelassen, doch immer wieder gekämpft, an uns geglaubt - und sind am Ende verdient weitergekommen." Ein Spiel also, das man niemals vergisst? "Das glaube ich schon."

Pochettino: "Unglaublich"

Bitter für Son: Er wird aufgrund einer Gelb-Sperre (3. Verwarnung) im Halbfinal-Hinspiel gegen die "Kinder-Champions" von Ajax Amsterdam fehlen - und hat auch das erst nach Spielschluss so richtig begriffen. "Das tut natürlich weh", so Son.

Neben Torjäger Kane, der von Zuhause aus ein Video mit einem Freudenschrei nach Spielschluss online stellte, war selbstredend auch Mauricio Pochettino aus dem Häuschen. Der 47-jährige Trainer verantwortet die Geschicke der Londoner schließlich - und lässt den aufstrebenden Klub nun vom Gewinn der Königsklasse sowie dem ersten großen Titel seit dem Triumph im FA Cup 1991 träumen.

Mauricio Pochettino (links)

Nennt seine Spieler "Helden": Spurs-Coach Mauricio Pochettino. imago

"Das war einfach nur unglaublich - vor allem am Ende", so Pochettino gegenüber "BT Sport" über die Schlussphase, in der Llorente das kuriose und wegen vermeintlichem Handspiel von Referee Cüneyt Cakir (Türkei) überprüfte Hüft-Tor glückte und zudem das 5:3 von City-Stürmer Raheem Sterling aufgrund einer vorangegangenen, knappen Abseitsstellung nach Videobeweis zu Recht wieder aberkannt wurde. "Ich bin so glücklich, so stolz. Meine Spieler sind Helden. Und gerade am Ende hat sich wieder einmal gezeigt, warum wir alle den Fußball lieben. Wir haben Charakter und wahre Größe in einem unglaublichen Spiel gezeigt - und waren natürlich extrem enttäuscht nach dem vermeintlichen Gegentor am Ende. Doch glücklicherweise haben sie die Entscheidung geändert. Unglaublich."

mag

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Bilder zur Partie Manchester City - Tottenham Hotspur