FC Bayern München erobert Tabellenführung von Dortmund

"Das war richtig stark": Lewandowski-Doppelpack und Würze für die "Rührschüssel"

Robert Lewandowski (Mitte)

Ausgelassene Stimmung: Robert Lewandowski (Mitte) feiert den Sieg mit den Kollegen. imago

22:4 Torschüsse, 59 Prozent Ballbesitz, 55 Prozent Zweikampfquote, 509 angekommene Pässe, 88 Prozent Passquote. In jeder Statistik war der FC Bayern München im 100. Bundesliga-Duell mit Borussia Dortmund überlegen, was dem insgesamt hochverdienten 5:0 aber nur zum Teil gerecht wird.

Denn der Rekordmeister dominierte auch spielerisch, drückte den BVB tief hinten rein, erarbeitete sich Chancen über links, rechts, über die Mitte, über zahlreiche Standards - und erzielte letztlich fünf Tore, ohne selbst eins zu kassieren. "Fußball ist merkwürdig, Fußball kann man nicht immer erklären", holte Trainer Kovac gegenüber "Sky" aus und ergänzte: "Wir hatten am Anfang der Saison auch so gute Spiele, wie wir es heute hatten. Wir haben den Gegner sofort unter Druck gesetzt und das Spiel in die Hände genommen. Wir haben die Zweikämpfe geführt, gewonnen und sind so ins Spiel gekommen. Ein Sieg in dieser Art und Weise ist richtig gut."

Hummels: "Es wird schon noch eine spannende Nummer"

Ein wichtiger Fakt sowie einige eindrucksvolle Geschichten gingen mit diesem Kantersieg ebenfalls einher: In erster Linie eroberte der FC Bayern wieder die Tabellenführung zurück, liegt sechs Spieltage vor Schluss wieder einen Zähler vor Dortmund. Außerdem gewann der FCB damit den exakt 100. Bundesliga-Vergleich mit dem Rivalen aus dem Westen und sicherte sich den fünften Heimsieg gegen die Schwarz-Gelben in Folge (5:0, 6:0, 4:1, 5:1, 2:1).

Von einer Vorentscheidung in Sachen Meisterschaft wollte 1:0-Schütze Mats Hummels ("Wir tun uns einfach leichter, wenn wir aktiv verteidigen; das wollten wir heute zeigen und das haben wir gezeigt") aber nichts wissen: "Es wird schon noch eine spannende Nummer."

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Lewandowski knackt 200-Tore-Marke - "Ich freue mich sehr"

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Überglücklich zeigte sich derweil auch Doppelpacker Lewandowski, der seine Bundesliga-Treffer 200 und 201 sowie im zehnten Duell mit seinem den Ex-Klub Dortmund die Tore 13 und 14 markierte: "Wir haben heute richtig gut gespielt und verdient gewonnen. Gerade die erste Halbzeit war richtig stark." Doch auch der Pole warnte vor dem Restprogramm in Düsseldorf, gegen Bremen, in Nürnberg, gegen Hannover, in Leipzig und gegen Frankfurt: "Wir müssen ruhig bleiben, denn es wird noch spannend bis zum Ende der Saison. Klar, wir haben heute gewonnen, doch wir sind nur einen Punkt vor Dortmund. Das wird noch schwierig."

Gefragt wurde Lewandowski auch noch, ob er sich denn an sein allererstes Tor im deutschen Oberhaus, das zwischenzeitliche 3:0 für den BVB im Derby auf Schalke am 19. September 2010 (Kopfball, Endstand 3:1 ), erinnere. Seine Antwort: "Ich erinnere mich sehr gut an das Tor, das erste Tor kannst du einfach nicht vergessen. Ich habe nie geglaubt, dass ich so viele Tore in der Bundesliga erzielen würde."

Alaba und Gnabry haben richtig Spaß

Serge Gnabry (links) und David Alaba

Erst wird gewürzt, dann gibt es die Geschmacksprobe: Serge Gnabry (links) und David Alaba. imago

Für eine ganz besondere Szene des Abends sorgten aber noch zwei andere Münchner: Als Serge Gnabry kurz vor der Halbzeitpause nach starker Flanke von Thomas Müller per Kopfball das 4:0 und damit sein achtes Saisontor (sieben Vorlagen) im 24. Ligaspiel erzielte, folgte eigentlich sein altbekannter und an NBA-Star James Harden (Houston Rockets) angelehnter Jubel mit der "Rührschüssel". Allerdings "schmeckte" das dieses Mal offenbar nicht ganz so, weswegen David Alaba vorbeikam - und mit einer imaginären Pfeffermühle ein klein wenig nachwürzte.

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