Stürmer von Hertha BSC fliegt mit glatt Rot vom Feld

Unrühmliche Rekordeinstellung für "Handballer" Ibisevic

Schiedsrichter Tobias Welz und Vedad Ibisevic

Vedad Ibisevic wurde zum fünften Mal in seiner Bundesliga-Karriere mit glatt Rot vom Feld verwiesen - dieses Mal von Tobias Welz. imago

Was war passiert? Als Dortmunds Matchwinner Marco Reus im mit 74.667 Zuschauern ausverkauften Berliner Olympiastadion am Samstagabend in der Nachspielzeit (90.+2) das 3:2 erzielt hatte, war die Zeit knapp für Hertha BSC. Und als BVB-Torwart Roman Bürki zwei Minuten später einen zweiten Ball aufs Feld holte und nicht den bereits vorliegenden nahm, regte sich Ibisevic über Zeitspiel auf. Der Bosnier schrie in Richtung Keeper, schnappte sich die zweite Kugel und warf diese absichtlich Richtung Bürki. Weil sich der Schweizer direkt danach duckte, bekam er den geworfenen Ball direkt ins Gesicht.

Das alles führte erst einmal zu einer längeren Rudelbildung, an dessen Ende sich Schiedsrichter Tobias Welz in Absprache mit seinen Videoassistenten in Köln dafür entschied, die Bilder selbst nochmals in der Review Area anzusehen. Schnell kam der Referee dort zu einer Entscheidung: Er schritt zurück aufs Feld, griff sich in die Hosentasche und zückte nachvollziehbarerweise glatt Rot für Ibisevic.

Spielersteckbrief Nowotny

Nowotny Jens

Spielersteckbrief Ibisevic

Ibisevic Vedad

Spielersteckbrief Bürki

Bürki Roman

Trainersteckbrief Dardai

Dardai Pal

Hertha BSC - Vereinsdaten

Gründungsdatum

25.07.1892

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Hertha-Trainer Pal Dardai sah sich die Bilder der Szene selbst im Anschluss bei "Sky" an, lächelte etwas und kommentierte das Ganze mit Humor: "Wenn das Absicht war, dann muss er wirklich Handball spielen. Der Wurf war richtig platziert." Der Ungar schloss aber auch entschuldigende Worte an: "Den Ball muss er freilich nicht dahin werfen, auch wenn das nicht mehr spielentscheidend war. Wir entschuldigen uns natürlich für diesen Vorfall."

Ibisevic auf einer Rot-Stufe mit Nowotny

Dass der Platzverweis für Ibisevic Folgen haben wird, ist klar. Ein paar Spiele Sperre drohen - zumal der Kapitän der Hauptstädter Wiederholungstäter ist. Dies ist - neben einer Gelb-Roten Karte in seiner 310 Spiele langen Bundesliga-Karriere (Aachen, Hoffenheim, Stuttgart, Hertha) - bereits die fünfte glatt Rote Karte seiner Laufbahn im Oberhaus.

Wenn das Absicht war, dann muss er wirklich Handball spielen. Der Wurf war richtig platziert.

Pal Dardai über Vedad Ibisevics Rote Karte

Vor diesem "Völkerball-Wurf" hatte es Ibisevic bereits beim 1:6 mit dem VfB Stuttgart in München (September 2012, Kopfstoß gegen Jerome Boateng), beim 1:4 mit dem VfB Stuttgart gegen Augsburg (Februar 2014, Schlag ins Gesicht gegen Jan-Ingwer Callsen-Bracker), beim 1:2 mit Hertha BSC auf Schalke (Oktober 2015, harte Grätsche gegen Max Meyer) und beim 0:1 mit Hertha BSC in Mainz (September 2017, Schiedsrichterbeleidigung gegen Tobias Stieler) erwischt.

Damit liegt Ibisevic fortan gleichauf mit dem früheren Karlsruher und Leverkusener Jens Nowotny. Der ehemalige deutsche Nationalspieler (48 DFB-Einsätze) hatte einst ebenfalls fünfmal glatt Rot gesehen.

Nowotny und Luiz Gustavo insgesamt noch vorn

Ganz erreicht hat Ibisevic die "Könige der Platzverweise" aber noch nicht: Auf dem Thron stehen Nowotny (fünfmal Rot, dreimal Gelb-Rot) sowie der frühere Hoffenheimer, Münchner und Wolfsburger Luiz Gustavo (einmal Rot, siebenmal Gelb-Rot) mit jeweils acht Feldverweisen.

mag

Bilder zur Partie Hertha BSC - Borussia Dortmund