67. Scorer-Punkt - Nur noch ein Tor hinter Salihovic

Vorbei an Firmino: Kramaric hält die TSG auf Kurs

Andrej Kramaric

Der zweite Streich: Andrej Kramaric trifft mit der Hacke zum Sieg über Nürnberg. Getty Images

Auch den ersten Strafstoß der Partie gegen Nürnberg hätte der vermeintlich gefoulte 27-Jährige dankend angenommen, Kramaric stand schon zur Ausführung bereit, ehe Schiedsrichter Christian Dingert seine Entscheidung aufgrund der Videobilder zu Recht zurücknahm. "Von einer klassischen Schwalbe würde ich da nicht sprechen", beurteilte die Szene Trainer Julian Nagelmann, "er sieht das lange Bein und geht ein bisschen früh runter." Für Kramaric wäre es eher ausgleichende Gerechtigkeit gewesen, es sind einige Szenen in Erinnerung, in denen der TSG-Stürmer im Strafraum folgenlos gefoult wurde.

Fast jede gefährliche Offensivaktion hatte in Hoffenheims starker erster Halbzeit mit Kramaric zu tun. Ob als Schütze, als Dribbler oder Einfädler, Kramaric machte den Unterschied in dieser Partie, auch wenn ihm längst nicht alles gelang. Stark sein Pass auf den durchsprintenden Nico Schulz, dessen Flanke Pavel Kaderabek in seinem 100. Bundesligaspiel für die TSG eigentlich zum vorentscheidenden 2:0 hätte versenken müssen (42.).

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"Er hat seinen Job gut erledigt", würdigte Nagelsmann eher nüchtern die Leistung Kramarics, der schließlich raffiniert und technisch anspruchsvoll das 2:1 mit der Hacke erzielte. Die Saisontreffer elf und zwölf, insgesamt kommt der von Leicester City geholte Zehn-Millionen-Mann nun auf 45 Bundesligatreffer. Und damit seinem nächsten Ziel ziemlich nah. "Ich möchte der beste Torjäger der TSG-Geschichte werden", verkündet der Vizeweltmeister im aktuellen Vereinsmagazin. Das könnte bereits kommenden Samstag im Spiel beim VfB Stuttgart passieren, denn Kramaric liegt nur noch ein Tor hinter dem bisherigen Rekordschützen Sejad Salihovic.

Scorer-Punkte: Besser als Firmino

In der internen Allzeit-Scorer-Rangliste hat er sich mit dem zweiten Doppelpack dieser Spielzeit nun mit 67 Punkten an Roberto Firmino (66) vorbei auf Rang drei vorgearbeitet, nur Kevin Volland (71) und Sejad Salihovic (78) waren an noch mehr Toren direkt beteiligt. Wettbewerbsübergreifend hat sich Kramaric damit auch wieder auf Platz eins der aktuellen Saison geschossen, mit 20 Scorerpunkten (14 BL, 6 CL) liegt der Kroate nun einen vor Joelinton (13 BL, 2 CL, 4 Pokal).

Solcherlei Statistiken sind für Kramaric dennoch nachrangig, wenn es ums große Ganze geht. "Ich will mit der TSG wieder nach Europa, das ist das Wichtigste", betont er, und nach dem Dreier gegen Nürnberg "ist in Sachen Europa League noch alles möglich". Wenn er weiter so trifft, auf jeden Fall.

Michael Pfeifer