FC Chelsea gewinnt gegen Tottenham mit 2:0

Sarri begnadigt Kepa, lässt den Zeitpunkt aber offen

FC Chelsea

Spiel eins nach dem Kepa-Eklat: Willy Caballero (#13) hielt seinen Kasten sauber, Kepa Arrizabalaga (re.) nahm auf der Bank Platz. Getty Images

Nachdem der Italiener seinen Torhüter Kepa Arrizabalaga nach dem Eklat im Ligapokal-Finale nicht aufgestellt hatte, hielt Ersatzmann Willy Caballero, der am Sonntagabend noch vergeblich auf seine Einwechslung gehofft hatte, seinen Kasten sauber. Zwar hatte der Argentinier in der 44. Minute Glück, als sich ein Winks-Fernschuss über ihn senkte und an den Querbalken klatschte - ansonsten bekam der 37-Jährige nichts auf sein Tor. Null Torschüsse in einer Partie, das gab es bei den Spurs seit 2013 nicht mehr.

Rückkehr gegen Fulham oder Dynamo

Obwohl Caballero eine gute Figur abgab, wird er sich früher oder später wieder mit der Rolle des Ersatzmannes anfreunden müssen. "Es war die richtige Entscheidung: Kepa hat einen großen Fehler gemacht, aber er hat seine Strafe gegenüber dem Klub und gegenüber der Mannschaft abgeleistet", wollte Sarri das für ihn leidige Thema nun ein für alle Mal beenden. "Ich denke, wir müssen nun damit aufhören. Kepa ist ab morgen wieder bei uns. Ich weiß nicht, ob er im nächsten Spiel wieder auf dem Feld sein wird, sicher ist aber, dass er es in einem der nächsten beiden sein wird."

Kepa weiterhin die Nummer eins

Sprich: Ob nun am Sonntag beim Nachbarschaftsduell in Fulham oder am Donnerstag an der Stamford Bridge gegen Dynamo Kiew - der Baske wird definitiv zurückkehren. Ob Kepa, im Sommer für 80 Millionen Euro aus Bilbao verpflichtet, weiterhin den Nummer-eins-Status inne habe? "Natürlich."

Damit hatte Sarri das Thema Kepa aus der Welt geschafft, ohne komplett das Gesicht zu verlieren - und nicht nur das. Stellte die verweigerte Auswechslung Kepas und das anschließend verlorene Elfmeterschießen im Ligapokal-Finale gegen Manchester City quasi den Tiefpunkt in der Amtszeit des erst zu Saisonbeginn installierten Italieners dar, könnte dies nun gleichzeitig einen Wendepunkt darstellen - auch in puncto Standing bei Spielern und Publikum.

Ein weiterer Beleg: In der 59. Minute blinkte auf der Tafel des fünften Offiziellen die Nummer 10 auf: Eden Hazard, der wohl größte Star in den Reihen der Blues, musste beim Stand von lediglich 1:0 das Feld vorzeitig verlassen, für ihn kam Willian in die Partie. Das oftmals kritische Publikum hätte eine solch frühe Auswechslung des Belgiers gegen einen eigentlich so gefährlichen Gegner unter normalen Umständen wohl mit Unmutsbekundungen kommentiert, doch stattdessen erhoben sich die Massen und spendeten Applaus. Hazard selbst ließ sich nichts anmerken, begrüßte seinen brasilianischen Teamkollegen mit einem Zwinkern in der Partie und demonstrierte darüber hinaus mit einer Umarmung die Verbundenheit mit Coach Sarri.

Trippier sorgt mit Eigentor für die Entscheidung

Nicht nur, dass die Blues mit dem an diesem Abend überragenden Pedro, der bei seinem Treffer zum 1:0 in der 57. Minute sowohl Toby Alderweireld als auch Hugo Lloris ganz alt aussehen ließ, spielerisch Glanzpunkte setzten, es kehrte auch das zuletzt fehlende Glück zurück. Und zwar in Person von Spurs-Verteidiger Kieran Trippier. Der 28-Jährige leistete sich in der 84. Minute einen nicht zu erklärenden Aussetzer und besiegelte mit einem Eigentor aus 20 Metern den 2:0-Endstand.

Sitzt Sarri wieder fester im Sattel?

Die Entlassung Sarris sollte mit diesem Erfolg wohl zunächst abgewendet worden sein. Der Druck hat sich auf den 60-Jährigen aber wohl nicht verringert: "In diesem Job stehst du jede Woche unter Druck", so Sarri, der aber weniger den Fokus auf seine berufliche Zukunft, sondern mehr auf die Jagd nach den Champions-League-Plätzen richten wollte: "Der Sieg war wirklich sehr wichtig, da wir nun um einen der Top-Vier-Plätze kämpfen. Eventuell können wir mit diesem Ergebnis auch Tottenham mit hineinziehen." Zwar beträgt der Rückstand auf die nun seit zwei Ligaspielen punktlosen Spurs noch sieben Zähler, "unmöglich ist es jedoch nicht".

kög