Mehmedi-Einsatz wackelt - Roussillon fällt aus

Malli: Regisseur ohne Rolle

Yunus Malli

Kam im Januar 2017 von Mainz nach Wolfsburg: Yunus Malli. imago

Jerome Roussillon, der am Dienstag wegen Adduktorenproblemen ebenfalls pausiert hatte, ist zwar zurück im Training, wird dem VfL Wolfsburg in Nürnberg aber dennoch nicht zur Verfügung stehen. Weil sich Gian-Luca Itter sich mit dem VfL-Förderkader in England befindet, wo ein Spiel gegen Norwich City anstand, bedeutet dies, dass dass Felix Uduokhai aller Voraussicht nach Linksverteidiger spielen wird.

Links hinten ist nicht die einzige vakante Position beim VfL. Neben Admir Mehmedi bleibt auch der Einsatz von Elvis Rexhbecaj (Wadenprobleme) fraglich. "Wir müssen abwarten", sagt Trainer Bruno Labbadia, "ob die beiden eine Option sind." Im Kader für den Trip nach Franken stehen beide immerhin.

Spielersteckbrief Malli

Malli Yunus

Spielersteckbrief Mehmedi

Mehmedi Admir

Spielersteckbrief Rexhbecaj

Rexhbecaj Elvis

Spielersteckbrief Uduokhai

Uduokhai Felix

Spielersteckbrief L. Itter

Itter Luca

Spielersteckbrief Roussillon

Roussillon Jerome

Trainersteckbrief Labbadia

Labbadia Bruno

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Obwohl fit, gilt dies auch für Yunus Malli. Obwohl der VfL mittlerweile bevorzugt mit einer Mittelfeldraute spielt, spielt der Zehner auf der erklärten Wunschposition kaum noch eine Rolle. Konkret: In nur neun von 14 Spielen stand Malli, im Januar 2017 für 12,5 Millionen Euro aus Mainz verpflichtet, auf dem Rasen, dabei wurde er sechsmal ein- und einmal ausgewechselt. Nach seiner Bewährungschance vor einem Monat in Hannover (1:2, kicker-Note 4) ist der Deutsch-Türke völlig außen vor. Bei den Spielen gegen Leipzig (1:0), in Frankfurt (2:1) und gegen Hoffenheim (2:2) blieb der 27-Jährige ohne Einsatzminute. Obwohl Mehmedi, der Malli den Rang als Spielgestalter abgelaufen hat, jeweils ausgewechselt wurde.

Ein Winter-Wechsel als Option?

"Wir haben eine gewisse Tiefe gebraucht", erklärt Labbadia, warum er lieber das System auf ein 4-3-3 wechselte anstatt Malli als Eins-zu-eins-Ersatz für Mehmedi zu bringen. "Yunus fordert die Bälle mehr in den Fuß, will das Spiel vor sich haben. Das hat Admir gut gemacht. Dann haben wir uns entschieden, dass wir über die Außen mit Tempo kommen." Und was ist in Nürnberg, sollte Mehmedi tatsächlich ausfallen? Labbadia: "Yunus ist für das morgige Spiel definitiv eine Option."

Lediglich eine Option. Dieser Status wird Malli auf Dauer kaum zufriedenstellen, ein Wechsel im Winter erscheint längst als mögliche Option. Labbadia steht, so berichtet er, im Austausch mit seinem eigentlichen Kreativmann. "Ich habe Verständnis für jeden Spieler, der enttäuscht ist. Ich beschäftige mich damit, habe mich mit Yunus auch in dieser Woche zusammengesetzt. Ich gebe ihm mit, was ich von ihm sehen möchte, warum er nicht zu Einsatz kommt. Das sind klare Gespräche. Ich schätze ihn sehr als Mensch, wir sind sehr klar miteinander."

"Wünsche mir, dass er mehr Einfluss auf das Spiel nimmt"

Und doch ist Malli weit davon entfernt, Stammspieler oder gar, seinem Potenzial entsprechend, Leistungsträger in Wolfsburg zu sein. In 56 Ligaspielen für den VfL sind aktuell lediglich sieben Tore und sechs Vorlagen notiert. Viel zu wenig für einen Mann seiner Klasse, die er bei Ex-Klub Mainz (29 Treffer und 19 Assists in 129 Spielen) nachgewiesen hatte. Was verlangt Labbadia von dem Regisseur, der zuletzt keine Rolle mehr gespielt hat und in dieser Saison überhaupt nur zweimal über 90 Minuten auf dem Rasen stand? "Ich wünsche mir, dass er noch mehr Einfluss auf das Spiel nimmt. Wir brauchen diese Stärke von ihm, wir brauchen den Druck von hinten. Ich hoffe einfach, dass seine Stärken wieder mehr zum Tragen kommen." Sonst werden Spieler und Verein den Sinn einer weiteren Zusammenarbeit hinterfragen müssen.

Thomas Hiete