Fürths Rechtsverteidiger spricht Klartext

Hilbert gefrustet: "Einfach nur enttäuschend"

Roberto Hilbert

Fordert eine faire Chance: Fürths Rechtsverteidiger Roberto Hilbert. imago

Seit dem 5. Spieltag kam Hilbert nicht mehr zum Einsatz. Beim 4:1 gegen Kiel wurde der 34-Jährige ein- und wieder ausgewechselt. Seitdem bremste den Rechtsverteidiger ein Muskelfaserriss für drei Partien aus, es folgten drei Spiele auf der Bank, beim jüngsten Spiel (2:2 gegen Bochum) saß der gebürtige Franke gar nur noch auf der Tribüne und schaffte es nicht in den 18er-Kader. Hilberts Bilanz in der laufenden Saison: Drei Zweitliga-Spiele (kicker-Notenschnitt 4,0) und ein gelungener Auftritt im DFB-Pokal (1:2 n.V. gegen Dortmund).

Zu wenig für die Ansprüche des ehrgeizigen Forchheimers: "Ich gönne es jedem im Team zu spielen. Aber was mich betrifft ist es einfach nur enttäuschend", zeigt sich Hilbert ob der aktuellen Lage gefrustet. "Wenn einer besser ist als ich, geht das in Ordnung. Aus meiner Sicht ist das aber nicht der Fall." Eine Anspielung auf den neuneinhalb Jahre jüngeren Konkurrenten Maximilian Sauer, der sich seit Hilberts Verletzung hinten rechts festgespielt hat. Die Quote des Blondschopfs: zehn Liga-Spiele und ein kicker-Notenschnitt von 3,69.

Viel nationale und internationale Erfahrung

Leistungstechnisch liegen Hilbert und Sauer auf einem ähnlichen Niveau. Fürths Trainer Damir Buric schenkte dem jüngeren Rechtsverteidiger aber zuletzt das Vertrauen. "Natürlich bin ich 34 und habe in 15, 16 Jahren als Profi ein paar Kilometer abgelaufen", sagt Hilbert. "Aber ich kann marschieren, bin bei 100 Prozent. Und ich kann Dinge tun, die andere im Team oder in der 2. Liga nicht können."

Vor allem verfügt Hilbert über jede Menge Erfahrung: Acht A-Länderspiele für Deutschland, 178 Partien in der Bundesliga, 85 Einsätze in der 2. Liga, 18-mal Champions League (plus zweimal CL-Quali) und 14-mal Europa League (plus dreimal EL-Quali) stehen in seiner Vita. "Ich bin der erfahrenste Spieler im Team. Da wo ich war, war hier noch keiner", betont der Deutsche Meister von 2007 (VfB Stuttgart), dessen Führungs-Qualitäten bei der Spielvereinigung durchaus geschätzt werden. "Was ich sage, hat Hand und Fuß. Ich versuche immer, die Jungs zu pushen", so Hilbert, der nun auf eine faire Chance für mehr Einsatzzeit hofft.

SpVgg: Anfällig in der ersten Hälfe

Vielleicht schon am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) auswärts in Berlin, wo es gegen das noch ungeschlagene Union geht. Dort möchte das Kleeblatt seine Schwäche in der ersten Hälfte abstellen: Nur eines der 18 Saisontore erzielte Fürth vor der Halbzeit. "Das ist die große Frage, wie wir das lösen", sagt Buric. Vielleicht mit einem erfahrenem Rechtsverteidiger? Da Sauer unter der Woche mit Blessuren zu kämpfen hatte, könnte nun wieder Hilberts Stunde schlagen.

cru/mf