#TGIM - DER kicker.tv TALK - Folge 19

"Wir sind gut darin, unsere Bundesliga madig zu machen"

Jörg Jakob, Thomas Hitzlsperger, Holger Fach, Wolfgang Nadvornik, Thomas Häßler und Fritz von Thurn und Taxis (von links)

Illustre Runde: Moderator Wolfgang Nadvornik und seine Gäste. kicker

Ilkay Gündogan, Julian Draxler, Toni Kroos und Leroy Sané - alles Beispiele (junger) deutscher Nationalspieler, die nicht in der Bundesliga bleiben wollten. Leidet die Attraktivität der Liga, wenn der nächste große Name weg ist? Darüber diskutierten Moderator Wolfgang Nadvornik und seine Studiogäste Thomas Häßler, Holger Fach, Thomas Hitzlsperger, Fritz von Thurn und Taxis sowie Jörg Jakob (kicker-Chefredaktion).

Die Runde war sich einig, dass die Qualität der Bundesliga aktuell nicht auf einem Top-Niveau ist. Zum Vergleich: In der Champions League sind noch fünf Premier-League-Klubs, aber nur ein Verein aus Deutschland vertreten. Fach meinte dazu: "Das liegt aber nicht an der Hand voll Topstars, die gehen, sondern an der großen Masse, die nicht mehr so gut ist. Das halte ich für viel problematischer, als dass ein Sané mal geht." Jakob blickte zurück und sagte: "Es war schon immer so, dass die absoluten Topstars nicht grundsätzlich in der Bundesliga spielten. Wir mussten schon immer etwas anders operieren, clever agieren." Und auch Hitzlsperger bremste: "Wir sind gut darin, unsere Bundesliga madig zu machen. Immer wieder. Das ist die Kultur von uns, wir finden immer wieder was, was nicht gut ist."

Mentalität macht Premier League attraktiv

Die Premier League vermarkte sich da viel besser. Natürlich lockt auch das Geld, doch Jakob sieht noch eine ganz andere Attraktivität: "Diese Liga bietet einfach mehr Spektakel und viel mehr Spitzenmannschaften, die weltweit populär sind". Seine Warnung: "Diese Lücke wird die Bundesliga nicht schließen können. Die muss nur sehen, dass sie jetzt die richtigen Schlüsse zieht, um sich von der La Liga nicht überholen zu lassen." Dazu gehöre eine Mischkultur: Sowohl die Ausbildungsstärke weiter fortzusetzen als auch gezielt ausländische Spieler einzukaufen.

Auch Hitzlsperger, der lange in England spielte, hob die Attraktivität der Premier League hervor. Dort sehe es zum Beispiel jeder Gegner als Herausforderung an, gegen Pep Guardiolas Spitzenmannschaft Manchester City anzutreten. "Diese Mentalität lässt uns gerne englischen Fußball schauen." In der Bundesliga dagegen würden sich die Mannschaften gegen den FC Bayern eher hinten reinstellen. Und in diesem Punkt spiele Geld ausnahmsweise mal keine Rolle. Auch Jakob gefällt nicht, dass es in dieser Debatte meistens nur ums Geld gehe. "Es mischt sich vieles im Moment, die Langeweile in der Bundesliga, viele nicht wirklich schöne Spiele. Dann wird immer gleich gesagt: Die anderen sind nur deshalb gut, weil sie mehr Geld haben. Das ist mir zu wenig!"

#TGIM - DER kicker.tv TALK - Folge 19

Hitzlsperger zum Reiz der Premier League: "Unterschied der Mentalität"

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