Eigentorschütze Cissokho wird zum tragischen Helden

In der Nachspielzeit: Paris holt mit Glück den Pokal

Pechvogel: Angers Issa Cissokho (li.) verhalf den Parisern mit einem Eigentor zum Pokaltitel.

Pechvogel: Angers Issa Cissokho (li.) verhalf den Parisern mit einem Eigentor zum Pokaltitel. Getty Images

Nach verhaltenem Beginn nahm der Favorit aus der Hauptstadt das Zepter in die Hand: Matuidi hatte die erste größere Möglichkeit auf die Führung (12.) und leitete die Drangphase der Emery-Elf ein: Cavani kam nur zwei Minuten später sträflich frei zum Kopfball, der jedoch zu unplatziert ausfiel. Der Uruguayer hatte auch in der Folge gute Möglichkeiten aufs 1:0, zeigte sich aber nicht kaltschnäuzig genug (16., 20.). Die Gäste fanden indes kaum ins Spiel, verhalfen Paris sogar zu deren besten Chance: Thomas traf nach einer Hereingabe den eigenen Pfosten (28.).

Pepé trifft nur ans Aluminium

Nach einer knappen halben Stunde fand auch der Underdog Zugriff und glich im Aluminium-Vergleich aus: Pepés Schuss knallte aus etwa 25 Metern an den rechten Pfosten (28.). Der SCO witterte nach dieser Möglichkeit plötzlich seine Chance und setzte des Öfteren Nadelstiche. Richtig gefährlich wurde es für PSG-Kepper Areola (Trapp saß, wie im Pokal üblich, auf der Bank) aber kaum. Es blieb daher beim torlosen Halbzeitstand.

Da ist das Ding: PSG-Kapitän Thiago Silva reckt den französischen Pokal in die Höhe.

Da ist das Ding: PSG-Kapitän Thiago Silva reckt den französischen Pokal in die Höhe. Getty Images

Auch in der zweiten Hälfte war PSG optisch überlegen, zwingende Torchancen waren allerdings zunächst Mangelware. Di Marias verunglückte Flanke (51.) war ebenso wenig von Erfolg gekrönt, wie der Freistoß des Argentiniers, das ans Außennetz ging (59.). Der Vizemeister rannte auch in der Folge vergeblich an, Verratti entpuppte sich dabei als Schaltzentrale im Mittelfeld und leitete beinahe jeden Angriff ein.

Eine Viertelstunde vor offiziellem Spielende ebbte die Pariser Drangphase dann merklich ab, zudem schlichen sich immer wieder Ungenauigkeiten im Spiel nach vorne ein. Nachdem PSG wieder einen Gang heruntergeschaltet hatte, vergab Cavani die beste Chance auf die Führung: Der Uruguayer kam im Laufduell mit Traoré ins Straucheln, sein Abschluss verfehlte somit knapp den rechten Pfosten (85.).

In der Nachspielzeit kommt es zum Drama

Es deutete alles auf die Verlängerung hin, als Cissokho zum tragischen Helden des Abends avancieren sollte: Nach einem Eckball beförderte der Defensivspieler von Angers den Ball mit dem Kopf ins eigene Tor (90.+2). Paris St. Germain holte am Ende verdient, aber auch glücklich, zum elften Mal den französischen Pokal und ist damit vor Olympique Marseille (zehn Erfolge) Rekord-Pokalsieger.

lab