Koke sieht Georgien-Schmach als "Unfall" an

Morata: "Es will auch keiner auf Spanien treffen"

Hat kein Problem mit der "großen Verantwortung" als Spaniens Stürmer Nummer eins: Alvaro Morata (#7).

Hat kein Problem mit der "großen Verantwortung" als Spaniens Stürmer Nummer eins: Alvaro Morata (#7). picture alliance

Nach dem krachenden 6:1 über Südkorea sprachen auf der iberischen Halbinsel viele bereits von der Titelverteidigung. Die Generalprobe für die EM-Endrunde in Frankreich vergeigten die Spanier dann aber gewaltig, gegen Fußball-Zwerg Georgien setzte es eine unerwartete wie bittere 0:1-Pleite. "Höchste Alarmbereitschaft", forderte etwa die Sportzeitung "Marca" . Grund zur Panik oder Warnschuss zur rechten Zeit? Koke und Morata entschieden sich am späten Donnerstagnachmittag bei ihren Analysen für letzteren Ansatz. "Das war ein Unfall, aber es ist gar nichts passiert", versicherte Koke: "Wir hatten viele Chancen, haben aber keine einzige davon genutzt. Gegen Südkorea haben wir sechsmal getroffen, gegen Georgien gar nicht. Das Wichtigste ist, nicht bei der EM zu verlieren."

Ähnlich äußerte sich auch Morata, der im Test gegen den krassen Außenseiter wegen Beschwerden geschont wurde. "Manchmal muss so etwas geschehen. Jetzt wissen wir: Wenn wir uns ausruhen, kann uns jede Mannschaft schlagen", warnte der Angreifer, der sich am Donnerstag wieder "topfit" fühlte. Der 23-Jährige brennt auf einen Einsatz zum EM-Auftakt gegen Tschechien am Montag (15 Uhr, LIVE! bei kicker.de): "Wenn es der Trainer so entscheidet, bin ich bereit für das Spiel gegen die Tschechen."

"Ich bin bereit, den spanischen Stürmer zu geben"

Morata ist sich gleichzeitig dessen bewusst, dass es eine "große Verantwortung" und "großen Druck" mit sich bringt, Angreifer Nummer eins bei "La Roja" zu sein. Aber: "Ich bin bereit, den spanischen Stürmer zu geben." Argumente dafür hat Morata beim 6:1 über Südkorea gesammelt, wo er doppelt traf. Konkurrent Aritz Aduriz (35) vertrat beim 0:1 den Sturmtank von Juventus Turin - und vergab seine einzige Torchance . Vorteil Morata? Auch das wird Coach del Bosque wohl erst kurz vor Spaniens Start entscheiden - genau wie die Frage, wer das Tor hüten darf .

Ich weiß, dass es jetzt ein extrem wichtiges Turnier für mich ist.

Alvaro Morata will sich in Frankreich auch ins Schaufenster stellen

Zu seiner heiß diskutierten Zukunft wollte Morata nur so viel sagen: "Ich bin ganz ruhig. Aktuell spiele ich bei Juve und fühle mich da wie zu Hause. Ich weiß, dass es jetzt ein extrem wichtiges Turnier für mich ist." Die Tendenz steht wohl weiter auf Abschied, nur wohin es ihn zieht, bleibt abzuwarten. Nachdem sich Morata wieder fit gemeldet hat, sind del Bosques Sorgenfalten noch kleiner geworden - nur David Silva ist derzeit nicht bei 100 Prozent, der Turnierstart sei aber nicht in Gefahr. Und auch wenn es in Frankreich einen Titel zu verteidigen gibt, wollen sich die Iberer nicht in die ungeliebte Favoritenrolle drängen lassen. "Es gibt viele gefährliche Mannschaften", gestand Morata ein, schickte aber hinterher: "Es will auch sicherlich keiner auf Spanien treffen."

msc