Schalke: Ayhan zieht sich Leistenzerrung zu

Barnettas Gedankenspiele - Sorgen um Höger

Tranquillo Barnetta

Derzeit keine Wechselgedanken: Tranquillo Barnetta will seinen Vertrag auf Schalke erfüllen. imago

Wetklo trainierte bis zum Ende weiter, humpelte nach dem Trainingsunfall mit Höger aber ebenfalls leicht. Angesichts der generellen Verletzungsmisere mahnte Routinier Barnetta anschließend: "Es ist eben eine Gratwanderung. Jeder will im Training Vollgas geben, aber aus den Zweikämpfen muss man manchmal ein bisschen was rausnehmen. Es ist schon ärgerlich, wenn wir uns auch noch gegenseitig kaputthauen."

Bereits am Montag hatte Kaan Ayhan das Training vorzeitig beendet, trainierte am Dienstagvormittag im Kraftraum. "Eine Vorsichtsmaßnahme" hieß es zunächst. Nun die offizielle Diagnose: Der Verteidiger erlitt eine Leistenzerrung, muss mehrere Tage pausieren.

Derlei Probleme hat Barnetta derzeit nicht. Dass das Wort des Schweizers intern entsprechendes Gewicht besitzt, ist inzwischen unstrittig. Unter Trainer Roberto di Matteo mauserte sich Barnetta vom viel zitierten "fünften Rad am Wagen" zu einem wertvollen Ergänzungsspieler. "Wir brauchen mehr Spieler wie ihn", schwärmte der Fußballlehrer vor Weihnachten. Ein Abschied in der laufenden Transferperiode, mit dem öffentlich mehrfach spekuliert wurde, kommt für den Mittelfeld-Allrounder daher auch nicht infrage: "Ich denke, das kann man ausschließen", erklärt er auf Nachfrage des kicker. "Zu Beginn der Hinrunde habe ich mir schon mal Gedanken gemacht, ob es hier noch sinnvoll ist für mich", gesteht Barnetta, "aber das hat sich auch schnell wieder geändert. Ich will weiter hier Gas geben, den Vertrag durchziehen und noch möglichst viel Erfolg mit Schalke haben."

Gerade in meinem Alter setzt man sich nicht mehr gerne auf die Bank.

Tranquillo Barnetta

Über die Zukunft nach Ende des Kontrakts im kommenden Sommer wurde indes noch nicht gesprochen. Barnetta spürt diesbezüglich auch keine Eile: "Ich konzentriere mich voll auf die Rückrunde. Alles weitere wird man zu gegebener Zeit sehen." Zumal der 29-Jährige selbst im Zweifelsfall auch erst mal eine persönliche Grundsatzentscheidung treffen müsste. Einerseits nämlich fühlt er sich "hier auf Schalke sehr wohl, es gibt nicht viele bessere Vereine". Andererseits sei aber "alles auch eine Frage der Einsatzminuten. Gerade in meinem Alter setzt man sich nicht mehr gerne auf die Bank." Zumal es auch im Hinblick auf seine Karriere als Nationalspieler "auf jeden Fall wichtig" sei, "möglichst viel zu spielen".

Bei einem Mittelklasse-Klub eine Führungsrolle einzunehmen, könnte daher perspektivisch mindestens ebenso reizvoll sein wie der aktuelle Status auf Schalke. Derweil ist Barnetta zuversichtlich, sich auch in der Rückrunde weiter empfehlen zu können: "Schon die ersten drei Partien gegen Hannover, bei Bayern und gegen Gladbach sind drei Kracher. Da brauchen wir mehr als elf Spieler." Seine Zielsetzung für die Mannschaft: "Wir wollen Konstanz und Stabilität reinbringen. Wenn das gelingt, bin ich überzeugt, dass wir uns mit unserer Qualität ganz weit vorne platzieren."

Und wenn Barnetta seinen Teil dazu beiträgt, braucht ihm um die persönliche Zukunft nicht bange zu sein. Sei es auf Schalke oder anderswo.

Thiemo Müller

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