Mouaya, Schick und Ziebig können den HFC verlassen

Internationale Erfahrung in Halle

Engelhardt, Banovic, Furuholm und Mouaya (v.li.) waren neben dem HFC auch schon für ihre Nationalteams am Ball.

Engelhardt, Banovic, Furuholm und Mouaya (v.li.) waren neben dem HFC auch schon für ihre Nationalteams am Ball. imago

Schon auf der Trainerbank des HFC sitzt hohe Kompetenz: Chefcoach Sven Köhler (zwei Länderspiele), Co-Trainer Dieter Strozniak (sechs) und Torwarttrainer Jens Adler (eins) standen einst in der DDR-Auswahlmannschaft und absolvierten diverse Europapokalspiele. Aber auch auf dem Platz stehen mit Patrick Mouaya (30 Jahre, vier Länderspiele für die Republik Kongo), Timo Furuholm (27, zehn Länderspiele für Finnland), Ivica Banovic (34, zwei Länderspiele für Kroatien) sowie Marco Engelhardt (34, drei Länderspiele für Deutschland) vier ehemalige Nationalspieler. Über so viel internationale Erfahrung verfügt kein anderer Drittligist.

Engelhardt ist sich sicher: "Jede Erfahrung, die man in internationalen Spielen auf höchstem Niveau sammeln kann, ist eine gute Basis. Da nimmt man besonders die positiven Dinge mit und kann heute noch davon zehren." Dies tat er auch nach seinem eher unfreiwilligen Wechsel im Sommer vom Ligakontrahenten Erfurt in die Saalestadt. Der HFC hatte im defensiven Bereich Handlungsbedarf, da Neuzugang Banovic, einst gemeinsam mit Engelhardt beim 1. FC Nürnberg DFB-Pokalsieger, eine langwierige Fersenverletzung plagte und sogar das Ende seiner aktiven Laufbahn drohte. Halle nahm den Blondschopf mit Kusshand. Banovic kämpfte sich ins Team zurück, und nun ist das Duo aus der Mannschaft kaum mehr wegzudenken.

Die defensive Achse ist der Schlüssel zum Erfolg

Engelhardt schätzt die Qualitäten des Kroaten: "Gott sei Dank ist Bano nun wieder fit. Jetzt haben wir, auch mit Tim Kruse, eine erfahrene Achse im defensiven Mittelfeld. Davon profitiert das gesamte Team." Das zeigte sich in den jüngsten Spielen ganz deutlich. Besonders in der Partie gegen Osnabrück, als alle drei Ü-30-Spieler maßgeblich am 2:1-Erfolg beteiligt waren. Engelhardt und Kruse schossen die Tore, Banovic glänzte im defensiven Mittelfeld. In diesem Spiel überzeugte Engelhardt einmal mehr als Innenverteidiger. "Eigentlich bin ich ja gelernter defensiver Mittelfeldspieler", erzählt der ehemalige Bundesligaprofi (106 Spiele für Karlsruhe, Kaiserslautern und Nürnberg), "aber wenn Not am Mann ist, helfe ich gern aus. Meine Position spielt keine Rolle, wenn das Team funktionieren muss."

Trainer Köhler legt viel Wert auf eine konstruktive Spieleröffnung und hat in Engelhardt den richtigen Mann dafür gefunden. Dessen Spiel ist nicht spektakulär, aber sehr effizient. Seine große Erfahrung führt ihn nahezu immer genau auf den Punkt des Platzes, wo er zu stehen hat, um den Ball zu bekommen und punktgenau auf den Mitspieler nach vorn zu befördern. "Er trifft kluge Entscheidungen, die ein Spiel beeinflussen können", so Köhler, "deshalb habe ich ihn gewollt." Hinzu kommt Engelhardts professionelle Einstellung, die er immer wieder seinen jungen Mitspielern vermittelt: "Alle müssen mitmachen und einer für den anderen da sein. Es geht immer weiter im Fußball."

An einer solchen Einstellung fehlte es vor geraumer Zeit dem Finnen Furuholm. Nach seiner zwischenzeitlichen Verbannung in die U 23 zeigte der Mittelstürmer aber zuletzt ansteigende Form und traf beim 2:2 in Köln sogar doppelt. Seinen bisherigen fünf Saisontoren will er noch einige folgen lassen.

Drei Spieler können gehen

Auf bisher nur sechs Einsätze kam Abwehrspieler Patrick Mouaya. Der gebürtige Kongolose, seit geraumer Zeit mit einem deutschen Pass ausgestattet, steht sogar auf der internen Liste jener Spieler, die der HFC gerne loswerden will. Doch wie in den vergangenen Jahren auf dem Platz, so zeigt der 30-Jährige auch in diesem Fall Kampfgeist: Er will in Halle bleiben. Zwei weiteren Akteuren - Robert Schick und Daniel Ziebig - wurde mitgeteilt, dass sie den Verein verlassen können, sie haben in Halle keine Zukunft mehr.

Roland Hebestreit