Champions League 2002/03, Zwischenrunde, 6. Spieltag
18:46 - 16. Spielminute

Gelbe Karte
Gattuso
Milan

19:04 - 34. Spielminute

Gelbe Karte
Ewerthon
Dortmund

19:34 - 46. Spielminute

Spielerwechsel
Costacurta
für Maldini
Milan

19:39 - 50. Spielminute

Spielerwechsel
Ricken
für S. Reuter
Dortmund

19:47 - 59. Spielminute

Gelbe Karte
Frings
Dortmund

19:50 - 62. Spielminute

Spielerwechsel
Inzaghi
für Rui Costa
Milan

20:03 - 74. Spielminute

Spielerwechsel
Odonkor
für Ewerthon
Dortmund

20:09 - 80. Spielminute

Tor 0:1
Koller
Rechtsschuss
Vorbereitung Ricken
Dortmund

20:10 - 82. Spielminute

Spielerwechsel
Pirlo
für Brocchi
Milan

20:11 - 83. Spielminute

Spielerwechsel
Madouni
für Dede
Dortmund

MIL

BVB

Zwischenrunde, 6. Spieltag, Gruppe C: AC Milan - Borussia Dortmund 0:1 (0:0)

Koller trifft zum Abschied aus der Königsklasse

Beim bereits im Vorfeld für das Viertelfinale qualifizierten AC Mailand kam es im Vergleich zum jüngsten 1:3 bei Real Mardrid zu folgenden personellen Änderungen: Nesta, Gattuso, Rui Costa und Tomasson standen in der Startelf, Costacurta, Della Bona, Seedorf und Schewtschenko mussten weichen. Dortmunds Trainer Sammer brachte nach dem 3:0 gegen Lokomotive Moskau genau dieselbe Elf, um die letzte Chance auf das Erreichen der nächsten Runde zu nutzen, wobei die Borussia auf zumindest einen Teilerfolg von Moskau gegen Real angewiesen war.


Das Spiel im LIVE-Ticker Der 6. Spieltag im Überblick Die Gruppe C im Überblick


Den besseren Auftakt erwischten die Lombarden. Bereits in der vierten Minute lag das 1:0 für den AC in der Luft: Rui Costa spielt aus dem Mittelfeld steil in die Gasse zu Rivaldo, der links an Lehmann vorbeigeht, aber aus spitzem Winkel das Tor nicht trifft und circa anderthalb Meter links vorbeischießt, nur das Außennetz trifft. Der AC ließ in der Anfangsphase mit aggressivem Zweikampfverhalten kein Eröffnungsspiel der Borussia zu. Im Gegenteil, die Partie spielte sich weitestgehend in Dortmunds Hälfte ab. Die Borussia hatte es gegen das konsequente Pressing der Italiener sehr schwer. Der AC präsentierte sich enorm lauffreudig. Und auch dem Letzten, der im Vorfeld meinte, Mailand hätte etwas zu verschenken, wurde alsbald klar, dass dem nicht so war. Ball- und kombinationssicher ließen die Rot-Schwarzen das Leder durch ihre Reihen laufen, die Borussia kam kaum einmal in Ballbesitz. Phasenweise tat sich fast ein Klassenunterschied auf. Dortmund wirkte im Vergleich zu den äußerst beweglichen Italienern steif, langsam, mitunter auch im Kopf zu träge. Kein Spielzug, keine Spielszene wurde assoziiert, so dass stets nur das Nachsehen blieb. Im Vorwärtsgang fehlte das Leben, das Überraschungsmoment. Rosicky (Bluterguss im Oberschenkel) wurde verzweifelt vermisst. Keine Ideen, keine Abstimmung bei den Laufwegen und verlorene Sprintduells verhinderten Erfolg bereits im Keim. Erst nach einer halben Stunde, Milan nahm einen Gang zurück, wurde die Partie ausgeglichener, kam Dortmund besser in die Zweikämpfe. Am Gesamtbild änderte sich jedoch wenig. Höhepunkte blieben daher hüben wie drüben aus. Nach 37 Minuten gab's überhaupt erst die zweite Chance des ganzen Spiels, bezeichnenderweise wieder für den AC: Rui Costa zieht von links in den Strafraum, lässt Wörns stehen und zieht aus zehn Metern halblinker Position mit rechts ab, doch Lehmann pariert den Flachschuss mit dem Fuß. Alles in allem ein sehr schmeichelhaftes Remis für Dortmund zur Pause. Nach fünf Minuten in der zweiten Hälfte gab's die erste Chance für die Borussia, wenn auch glücklich: Kehl flankt weit von links in den Strafraum, trifft das Leder nicht richtig. Der Ball senkt sich Richtung zweiten Pfosten aufs Tor, doch Abbiati kann mit einer Hand retten. Dann gab's eine Hiobsbotschaft für Trainer Sammer: In der 51. Minute musste Reuter wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel gegen Ricken ausgetauscht werden. Dortmund zeigte sich lebhafter, nicht mehr ganz so ängstlich, einen Gegentreffer hinnehmen zu müssen. Mailand griff nun später an, stand in der Defensive aber gewohnt sicher. Der deutsche Meister machte es der AC-Abwehr aber auch oft leicht, leistete sich zu viele einfache Abspielfehler, kam praktisch nie in den Rücken der Mailänder Defensive. Die nächste Großchance hatten denn auch wieder die Lombarden: Rui Costa passt von links in den Strafraum zu Tomasson, dieser legt ab zu Gattuso. Dessen Schuss aus 20 Metern klatscht an den linken Pfosten (58.). Auch Dortmund kam durch einen mächtigen Schuss zur Chance zur Führung: Amoroso zieht aus 24 Metern halblinker Position mit rechts ab, doch Abbiati klärt glänzend, faustet den Ball aus dem rechten Winkel (66.). Dortmund erhöhte mit zunehmender Spieldauer den Druck, Milan kam nur noch sporadisch zu Kontern, wehrte sich hinten aber nicht nur tapfer, sondern auch äußerst routiniert. Die Borussen mussten nun mehr und mehr den Spagat wagen, vorne unbedingt ein Tor zu erzielen, hinten aber auf keinen Fall eines zu kassieren. Schwierig gegen die individuell so starken Italiener, die jederzeit einen Konter zum Abschluss bringen können. In der 78. Minute hätte es beinahe geklappt: Koller kommt aus 20 Metern in zentraler Position zum Schuss, sieht , dass Abbiati zu weit vorm Tor steht und versucht einen Schlenzer, schießt aber knapp über den rechten Torwinkel. In der 81. Minute wurde die Borussia für ihr Bemühen in der zweiten Hälfte belohnt: Ricken passt steil in die Gasse zu Koller, der sich blitzschnell dreht und mit rechts aus 14 Metern flach ins rechte Eck einschießt. In der Schlussphase blieb Milan bei Kontern gefährlich. Dortmund brachte den Sieg aber aufopferungsvoll über die Zeit. Dortmund schaffte es dank einer Leistungssteigerung in Hälfte zwei, seinen Teil zum Einzug ins Viertelfinale zu leisten. Doch der Treffer von Jan Koller neun Minuten vor dem Ende reichte nicht, da sich Real Madrid in Moskau keine Blöße gab. Mailand überzeugte vor allem mit einer starken ersten Hälfte.

Noten folgen am Donnerstag