Bundesliga 2002/03, 18. Spieltag
16:58 - 69. Spielminute

Tor 1:0
Dárdai
Rechtsschuss
Vorbereitung Goor
Hertha

17:00 - 72. Spielminute

Spielerwechsel
Amoroso
für Dede
Dortmund

17:01 - 72. Spielminute

Spielerwechsel
Preetz
für Luizao
Hertha

17:08 - 79. Spielminute

Spielerwechsel
Kehl
für Frings
Dortmund

17:09 - 80. Spielminute

Tor 1:1
Koller
Kopfball
Vorbereitung Amoroso
Dortmund

17:19 - 90. Spielminute

Tor 2:1
Marcelinho
Kopfball
Vorbereitung Preetz
Hertha

17:21 - 90. + 2 Spielminute

Spielerwechsel
Marx
für Alex Alves
Hertha

BSC

BVB

18. Spieltag, Hertha BSC - Bor. Dortmund 2:1(0:0)

Marcelinho lässt Hertha jubeln

Trainer Huub Stevens konnte zum Rückrundenstart wieder auf den nach Kieferbruch wiedergenesenen Simunic zurückgreifen, der van Burik in der Hintermannschaft verdrängte. In der taktisch sehr offensiv ausgerichteten Anfangself sicherte sich auch der Pole Karwan einen Platz, profitierte freilich aber auch von der Verletzung Neuendorfs (Leistenprobleme). Im Angriff vertraute der Fußball-Lehrer auf das brasilianische Duo Alves und Luizao. Altbewährtes bei der Startaufstellung der Dortmunder. Bei einzelnen Positionskämpfen hatte Evanilson die Nase vorn vor Kehl, der auf die Bank musste. Keinen Platz in der ersten Elf fand Coach Matthias Sammer auch für Amoroso, da er sich zunächst nur für zwei Spitzen (Ewerthon, Koller) entschied.


Das Spiel im Live-Ticker Der 18. Spieltag im Überblick


50000 Zuschauer sahen einen zerfahrenen Beginn beider Teams auf holprigem Untergrund. Borussia stand tief in der eigenen Hälfte, überließ zunächst Hertha die Initiative und lauerte auf Konter. Die Hauptstädter hatten dadurch zwar mehr Ballkontakte, taten sich aber gegen das engmaschige Abwehrnetz des Meisters sehr schwer. Viele Fehlpässe auf beiden Seiten ließen kaum Spielfluss aufkommen. So resultierte die erste echte Chance des Spiels bezeichnenderweise aus einem direkten Freistoß des auffälligen Marcelinho, der aus 20 Metern um Zentimeter am rechten Pfosten vorbeistrich (21.). Von Dortmund war in der ersten halben Stunde kaum etwas zu sehen, der Tabellenzweite verließ sich auf seine sichere Defensive und wartete geduldig auf seine Chance. Die kam nach einem sehenswerten Sololauf von Ewerthon, der mit klugem Pass Heinrich eine Einschusschance ermöglichte. Der Defensivspieler legte das Leder zwar an Kiraly vorbei, doch der Keeper tauchte schnell nach unten und nahm Heinrich den Ball noch vom Fuß (35.). Im Gegenzug spielte Alves auf der rechten Seite Marcelinho frei. Dessen Hereingabe rettete Reuter am Fünfmeterraum gerade noch vor dem einschussbereiten Goor (36.). Rosickys zu lascher Volleyschuss beschloss einen schwachen ersten Durchgang, in dem die Abwehrreihen das Geschehen dominierten (45.). Die Stevens-Elf erwies sich auch nach dem Wechsel in einer weiterhin niveauarmen Partie als die einsatzfreudigere Mannschaft, die dann nach einer knappen Stunde zu Chancen kam. Marcelinhos Flachschuss aus 14 Metern flog knapp am linken Pfosten vorbei (57.), Alves konnte einen Fehler von Wörns an der Strafraumgrenze nicht ummünzen (62.). Dardai schließlich nutzte eine sehenswerte Kombination der Hauptstädter. Goor spielte sich auf der linken Seite im Doppelpass mit Luizao durchs Abwehrnetz des BVB und legte den Ball von der Torauslinie zurück. Der heranstürmende Dardai vollendete aus 14 Metern flach ins rechte untere Eck zur verdienten Führung des UEFA-Cup-Teilnehmers (69.). BVB-Coach Sammer reagierte, brachte Amoroso für Dede (72.). Damit bewies er ein glückliches Händchen, denn acht Minuten später fungierte der Brasilianer als Vorbereiter des Ausgleichs. Der letztjährige Schützenkönig trat einen Freistoß aus 20 Metern mittlerer Position, Koller hielt acht Meter vor dem Tor den Kopf hin und fälschte so das Leder unhaltbar für Kiraly zum Ausgleich ab (80.). Endlich kam mehr Schwung in die Partie, der starke Dardai fast zu Treffer Nummer zwei (81.). Das Spiel wogte nun hin und her, das glücklichere Ende hatte dann die "Alte Dame" für sich. Preetz, ebenfalls eingewechselt, wurde links glänzend freigespielt. Seine Hereingabe verwertete in der Mitte Marcelinho aus vier Metern zum Siegtreffer (90.).

Die engagierteren Berliner holten gegen den Meister drei Punkte. Nach der Führung Mitte der zweiten Hälfte schlug der BVB zwar zurück, musste aber kurz vor dem Ende verdient den von der Hertha vielumjubelten Siegtreffer hinnehmen. Trainer Huub Stevens blieb also auch im zwölften Spiel gegen Dortmund unbesiegt.