Weltmeisterschaft 2002, Finale
13:06 - 6. Spielminute

Gelbe Karte
Roque Junior
Brasilien

13:10 - 9. Spielminute

Gelbe Karte
Klose
Deutschland

14:25 - 67. Spielminute

Tor 0:1
Ronaldo
Rechtsschuss
Vorbereitung Rivaldo
Brasilien

14:31 - 74. Spielminute

Spielerwechsel (Deutschland)
Bierhoff
für Klose
Deutschland

14:35 - 77. Spielminute

Spielerwechsel (Deutschland)
Asamoah
für Jeremies
Deutschland

14:36 - 79. Spielminute

Tor 0:2
Ronaldo
Rechtsschuss
Vorbereitung Kleberson
Brasilien

14:42 - 84. Spielminute

Spielerwechsel (Deutschland)
Ziege
für M. Bode
Deutschland

14:42 - 85. Spielminute

Spielerwechsel (Brasilien)
Juninho Paulista
für Ronaldinho
Brasilien

14:47 - 90. Spielminute

Spielerwechsel (Brasilien)
Denilson
für Ronaldo
Brasilien

GER

BRA

Das Finale: Deutschland - Brasilien 0:2 (0:0)

"Il Fenomeno" schießt Brasilien zum Titel

Gegenüber dem Halbfinale nahmen beide Trainer jeweils eine personelle Änderung vor: Bei der deutschen Elf entschied sich DFB-Teamchef Rudi Völler, Ballack (Gelb-Sperre) durch Jeremies zu ersetzen. Brasiliens Coach Luiz Felipe Scolari konnte nach dem 1:0 über die Türkei wieder auf Ronaldinho bauen, der seine Rot-Sperre abgesessen hat. Für ihn musste Edilson weichen.


Das Spiel im Live-Ticker Der Spielplan im Überblick Stimmen zum Spiel


Zu Beginn der Partie war beiden Teams die Nervosität deutlich anzumerken. Viele kleine Fehler sowie mangelnde Präzision im Pass-Spiel waren die Folge. Insbesondere die Defensive des viermaligen Weltmeisters machte in der Anfangsphase keinen sattelfesten Eindruck. Doch auch die deutsche Hintermannschaft leistete sich einige Mängel, so bei einem Schnitzer von Frings nach sieben Minuten, den Kahn gegen Kleberson aber ausbügeln konnte.

Insgesamt aber schien die deutsche Elf den Respekt vor dem Gegner eher abgelegt zu haben. Für viele überraschend war das Team von Rudi Völler die aktivere und agilere Mannschaft und suchte die Schwächen in der brasilianischen Defensive durch schnelles Spiel über die Flügel für sich zu nutzen. Da aber Bode auf der linken Seite zunächst noch Mühe hatte ins Spiel zu finden, wurden die meisten Angriffe über die rechte Seite vorgetragen. In der zehnten Minute setzten sich Frings und Schneider auf rechts mit einer schönen Kombination durch, doch Edmilson war einen Schritt schneller als Klose und konnte in höchster Not zur Ecke klären.

Vom Favoriten Brasilien war zunächst nur wenig zu sehen. Erst nach 19 Minuten blitzte die Gefährlichkeit der „Selecao“ erstmals auf, dann aber gleich richtig: Nach einem Traumpass von Ronaldinho und einem Stellungsfehler von Metzelder hatte Ronaldo freie Fahrt Richtung Tor, doch der Inter-Star schob den Ball sowohl an Kahn als auch am linken Pfosten vorbei. Diese beiden waren es auch, die nach genau einer halben Stunde für die nächste Aufregung sorgten, doch Linke konnte diesmal Ronaldo im letzten Moment noch entscheidend am Torschuss hindern.

Erst in der letzten Viertelstunde des ersten Abschnitts nahm der Druck der Brasilianer zu, die deutsche Mannschaft, die bis dato sogar das bessere Spiel zeigte, zog sich nun etwas zurück. Dennoch kontrollierten die Völler-Schützlinge meistens den Ball und damit das Spiel, aber das Tor von Marcos konnten sie nicht mehr in Gefahr bringen. Doch auch die meisten Offensiv-Bemühungen der Südamerikaner besorgten Kahn keineswegs, auch weil einer der drei großen „R’s“, Rivaldo, von der deutschen Defensive fast komplett aus dem Spiel genommen wurde. Paukenschläge dann aber kurz vor dem Pausenpfiff: Zunächst zog Klebersohn aus rund 23 Metern ab, doch der 23-Jährige von Atlético Paraná traf lediglich den Querbalken des deutschen Gehäuses. Nur kurze Zeit später rettete Kahn in gewohnter Manier gegen Ronaldo, der aus rund acht Metern frei zum Schuss kam.

Mit einem insgesamt gerechten 0:0 ging es vor ausverkauftem Haus in Yokohama in die Kabinen. Die deutsche Elf wusste nicht nur taktisch zu überzeugen, auch spielerisch konnte sie mit den Brasilianern lange Zeit mithalten. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit hatte der viermalige Weltmeister zwei hochprozentige Torchancen.

Ohne personelle Veränderungen ging es nach dem Seitenwechsel weiter. Doch wie schon in Hälfte eins setzte die deutsche Mannschaft zunächst die Ausrufezeichen. In der 47. Minute kam Jeremies nach einem Eckball von Neuville frei zum Kopfball, doch Edmilson konnte noch vor der Linie klären. Und nur zwei Minuten später stockte bei einem Freistoß von Neuville den brasilianischen Fans der Atem, doch Marcos lenkte den Ball mit einer klasse Parade noch an den Pfosten.

Nach einer kurzen Verschnaufpause zog die Völler-Elf nach rund zehn Minuten im zweiten Abschnitt wieder das Tempo an, doch zwei aussichtsreiche Distanzschüsse von Frings und Hamann fanden jeweils nicht ihr Ziel. Brasilien gelang zunächst wenig, lediglich ein Kopfball von Rivaldo nach einer Ecke sorgte für Gefahr, aber Schiedsrichter Collina unterband die Situation.

Doch die deutsche Elf brachte sich durch zwei kapitale Fehler selbst um die Früchte ihrer couragierten Vorstellung. Zunächst vertändelte Hamann in der 67. Minute vor dem eigenen Strafraum den Ball gegen Ronaldo. Der Inter-Stürmer passte auf Rivaldo, der aus rund 20 Metern sofort abzog. Zum Entsetzen der deutschen Fans ließ Kahn den Ball nach vorne abprallen, Ronaldo war zur Stelle und verwandelte eiskalt zum 1:0 für die Brasilianer.

DFB-Teamchef Rudi Völler reagierte umgehend auf den Rückstand und wechselte zunächst Bierhoff für Klose, sowie kurze Zeit später Asamoah für Jeremies ein. Doch diese Einwechslungen brachten nicht den gewünschten Erfolg, im Gegenteil, in der 79. Minute sorgte Ronaldo mit seinem insgesamt achten Tor des Turneris für die Entscheidung. Nach einem Pass von Kleberson ließ Rivaldo den Ball geschickt passieren, Asamoah war gegen Ronaldo an der Strafraumgrenze einen Schritt zu spät. "Il Fenomeno" ließ sich nicht zwei Mal bitten und erhöhte mit einem platzierten Flachschuss auf 2:0.

Die Partie war damit entschieden, auch wenn die deutschen Spieler sich nicht geschlagen gaben und durch den eingewechselten Bierhoff noch die Möglichkeit zum Anschlusstreffer hatten, doch Marcos reagierte erneut klasse. Brasilien brachte in der Folgezeit den fünften Triumph sicher unter Dach und Fach

Spieler des Spiels

Ronaldo Sturm

1
Spielnote

2,5
Tore und Karten

0:1 Ronaldo (67', Rechtsschuss, Rivaldo)

0:2 Ronaldo (79', Rechtsschuss, Kleberson)

Deutschland

Kahn 4 - Linke 3,5, Ramelow 2,5, Metzelder 4,5 - Frings 4, Hamann 2,5, Jeremies 3 , M. Bode 4,5 , B. Schneider 2 - Klose 4,5 , Neuville 2,5

Brasilien

Marcos 2 - Lucio 3, Edmilson 2, Roque Junior 3,5 - Cafu 3,5, Gilberto Silva 3,5, Roberto Carlos 4, Kleberson 2, Rivaldo 3 - Ronaldo 1 , Ronaldinho 2,5

Schiedsrichter-Team

Pierluigi Collina Italien

2,5
Spielinfo

Stadion

International Stadium Yokohama

Zuschauer

69.029

Zwei Treffer von Ronaldo sicherten Brasilien den fünften WM-Gewinn. Deutschland bot lange Zeit die wohl beste Leistung dieses Turniers, doch ein kapitaler Fehler von Torhüter Kahn brachte die Brasilianer entscheidend in Vorteil. Der Erfolg für die Südamerikaner, die alle sieben Spiele dieser WM für sich entschieden, ist wegen dem höheren Chancenplus verdient. Deutschland, das sich zum vierten Mal in einem WM-Endspiel geschlagen geben musste, erwies sich jedoch als absolut würdiger Final-Gegner und kann erhobenen Hauptes die Heimreise antreten.