Ungläubige Gesichter in Japan

Aufsteiger Kashiwa holt den Titel, Kennedy die Kanone

Wie einst der FCK: Kashiwa Reysol marschierte als Neuling in Japan bis zum Titel!

Wie einst der FCK: Kashiwa Reysol marschierte als Neuling in Japan bis zum Titel! Getty Images

Kashiwa Reysol verteidigte am letzten Spieltag, als drei Teams sich noch um den Titel stritten, mit einem 3:1-Erfolg bei den Urawa Red Diamonds die Tabellenspitze und konnte so die engsten Verfolger aus Nagoya und Osaka auf Distanz halten.

Nagoya Grampus, Titelverteidiger und Mannschaft des Ex-Bundesligaspielers Joshua Kennedy (29, Wolfsburg, Köln, Nürnberg, Karlsruhe), gewann zwar mit 1:0 in Niigata, musste sich aber am Ende mit einem Punkt Rückstand mit Platz zwei anfreunden. Die Enttäuschung bei Kennedy war groß. "Es ist ein schwieriges Gefühl. Ich finde kein anderes Wort als 'schade' dafür", so der Stürmer. Freuen durfte er sich aber dennoch über einen Titel. Zum zweiten Mal in Folge gewann der australische Angreifer die Torjägerkanone der J-League (19 Treffer) - ein Kunststück, das bisher nur dem japanischen Nationalstürmer Ryoichi Maeda (30, Jubilo Iwata) gelang.

Japan - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Kashiwa Reysol
72
2
Nagoya Grampus Eight
71
3
Gamba Osaka
70
Spielersteckbrief Kennedy

Kennedy Joshua

Der dritte Klub im Bunde, Gamba Osaka, belegte nach dem letzten Spieltag Rang drei. Das Team, von dem Takashi Usami an Bayern München ausgeliehen ist, besiegte am letzten Spieltag Shimizu S-Pulse, bei dem mit Naohiro Takahara (32, HSV, Frankfurt) und Shinji Ono (32, Bochum) zwei aus der Bundesliga bekannte Gesichter unter Vertrag stehen, mit 3:1. Shimizu, bei dem auch der schwedische Alt-Star Fredrik Ljungberg im September anheuerte, belegte am Ende Rang 10.

Nachdem die Saison bereits nach dem ersten Spieltag wegen des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März und dem damit einhergehenden Atomunglück unterbrochen und erst rund sechs Wochen später wieder aufgenommen wurde, etablierte sich Kashiwa sofort an der Tabellenspitze und fiel nie weiter als auf Platz vier zurück. Nagoya Grampus, Gamba Osaka oder Kashima Antlers - so lauten die Namen der Vereine, die in den vergangenen Jahren fast ausschließlich den Titel unter sich ausmachten. In dieser Saison ist alles anders - am Ende triumphierte eine Mannschaft, die vor der Saison niemand auf dem Zettel hatte.

Kim Dämpfling