Stuttgart: Transferpoker um Niederländer beendet

Gespräche mit Vagner Love

VfB-Manager Horst Heldt

VfB-Manager Horst Heldt: "Wir lassen uns nicht mehr hinhalten." imago

Lang genug hatten sich die Stuttgarter von dem Nationalspieler hinhalten lassen. Rund drei Wochen, in denen der Stürmer dem VfB allenfalls schöne Augen gemacht hatte. Ohne das Werben allerdings ernsthaft zu erhören. Huntelaar favorisierte eh und je einen Transfer nach England, wo Tottenham, Arsenal und sogar Chelsea als Kandidaten gelten.

Dem endgültigen Schlussstrich unter den geplanten Transfer war ein chaotischer Mittwoch vorausgegangen. Die Online-Ausgabe der spanischen Sportzeitung "Marca" vermeldete abends: "Huntelaar sagt Ja zum VfB." Der Niederländer sei "kein Spieler Reals mehr". Was VfB-Mediendirektor Oliver Schraft prompt dementierte. "Das kann ich nicht bestätigen."

Stunden später die totale Kehrtwende: "Marca" vermeldete plötzlich, die Verhandlungen seien geplatzt. Was Manager Horst Heldt am Donnerstag bestätigte: "Wir wollten Klaas-Jan Huntelaar verpflichten, weil er mit seiner Spielweise sehr gut in unsere Mannschaft gepasst hätte. Aber wir sind nicht bereit, uns hinhalten zu lassen."

Vagner Love: "Ich bin kein Stürmer zweiter Wahl."

Das Stuttgarter Vorstandsmitglied erwarten jetzt Verhandlungen mit Vagner Love, die ebenfalls nicht einfach sein dürften. Zum einen drängt die Zeit, in einer Woche startet die Saison mit der 1. DFB-Pokalrunde. Zum anderen ist der brasilianische Nationalspieler ziemlich angesäuert. Er hat sich schon länger für den VfB entschieden und auch öffentlich so positioniert. Am Rande einer Trainingseinheit machte Vagner Love am Dienstag nun seinem Unmut Luft. Angesprochen auf den Eindruck, er sei wohl nur als Ersatzmann für den Holländer vorgesehen, meinte er verärgert: "Ich bin kein Stürmer zweiter Wahl."

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Um nicht die letzte Patrone auf der Suche nach einem Nachfolger für Mario Gomez zu verschießen, werden die Stuttgarter gute Argumente finden müssen, um den Ärger des Spielers zu besänftigen. Was ihn sicher nicht billiger machen wird. Nach dem bisherigen Stand der Verhandlungen zwischen VfB und ZSKA liegt die Verhandlungsbasis bei rund 15 Millionen Euro. Dazu käme ein Bonus, wenn die Stuttgarter die Qualifikation zur Champions League schaffen, der nicht weniger als die zwei Millionen Euro betragen wird, die auch Real bekommen hätte.

Was die Sache nicht einfacher machen dürfte, ist die Tatsache, dass Vagner Love auch anderweitig auf Gegenliebe stößt. Nach Informationen aus Brasilien gibt es für ihn einen anderen Interessenten. Olympique Lyon soll ihn als Nachfolger für den zu Real abgewanderten Karim Benzema ins Visier genommen haben.

George Moissidis