Europa League 2010/11, Gruppenphase, 5. Spieltag
20:06 - 32. Spielminute

Gelbe Karte
Elson
Stuttgart

20:09 - 35. Spielminute

Tor 1:0
Degen
Linksschuss
YB Bern

20:42 - 48. Spielminute

Tor 1:1
Pogrebnyak
Linksschuss
Vorbereitung Harnik
Stuttgart

20:49 - 56. Spielminute

Spielerwechsel
C. Schneuwly
für Costanzo
YB Bern

21:00 - 66. Spielminute

Spielerwechsel
Schipplock
für Pogrebnyak
Stuttgart

21:00 - 67. Spielminute

Spielerwechsel
Schneuwly
für Doubai
YB Bern

21:01 - 68. Spielminute

Tor 1:2
Schipplock
Rechtsschuss
Vorbereitung Camoranesi
Stuttgart

21:06 - 72. Spielminute

Spielerwechsel
Funk
für Degen
Stuttgart

21:10 - 73. Spielminute

Spielerwechsel
Regazzoni
für Lulic
YB Bern

21:11 - 74. Spielminute

Spielerwechsel
Didavi
für Harnik
Stuttgart

21:13 - 76. Spielminute

Gelbe Karte
Spycher
YB Bern

21:16 - 78. Spielminute

Tor 2:2
Sutter
Rechtsschuss
YB Bern

21:19 - 81. Spielminute

Tor 3:2
Mayuka
Rechtsschuss
YB Bern

21:20 - 82. Spielminute

Tor 4:2
Mayuka
Linksschuss
Vorbereitung Sutter
YB Bern

21:23 - 86. Spielminute

Gelbe Karte
Regazzoni
YB Bern

21:27 - 90. Spielminute

Gelbe Karte
Jemal
YB Bern

YBB

VFB

Bern weiter - Stuttgart trotzdem Gruppensieger

Molinaro & Co. verschlafen die Schlussphase in der Berner Schneelandschaft

Senad Lulic (Young Boys Bern, l.) gegen Philipp Degen (VfB Stuttgart)

Gut getarnt: Philipp Degen und der VfB traten in weißen Outfits an und passten sich damit dem Berner Schneetreiben an. picture-alliance

In der Europa League traten die Young Boys zuletzt vor vier Wochen beim 0:2 in Odense an. Seitdem hat die Elf von Trainer Vladimir Petkovic in der Liga nicht verloren, personell liefen gegen den VfB Wölfli, David Degen und Mayuka für Bürki, Regazzoni und Ntsama auf.

Weil Stuttgarts Coach Jens Keller wie beim jüngsten 2:4 in Hamburg auf Philipp Degen baute, kam es zum dritten Duell der beiden Zwillingsbrüder - es ist das erste Aufeinandertreffen zweier Zwillingsbrüder im Europapokal. Ansonsten gab's aber gleich acht Startelfwechsel beim Bundesliga-Vorletzten: Ziegler (erstes Spiel seit seiner Rückkehr nach Stuttgart), U-23-Akteur Bicakcic (zweiter Profi-Einsatz), Kuzmanovic, Bah, Rekonvaleszent Elson, Camoranesi, Harnik und Pogrebnyak bekamen eine Chance. Dafür durften bzw. mussten Ulreich, Delpierre, Gebhart, Träsch, Gentner, Boka, Cacau (alle geschont) und Marica (Rotsperre) pausieren.

Die Stuttgarter erwartete im Stade de Suisse vor allem eines: Schnee! Den ganzen Tag hatte es in Bern geschneit, Räumfahrzeuge zogen schon Stunden vor dem Anpfiff auf dem Kunstrasen immer wieder ihre Kreise. Letztlich konnte die Partie mit halbstündiger Verspätung angepfiffen werden, obwohl der Platz schon beim Anpfiff wieder weiß bedeckt war. Berns Lulic betrieb danach gleich weiter Reinigungsarbeit, indem er mit einem herrlichen Schlenzer von halblinks die Latte des Stuttgarter Tores erzittern ließ und so vom Schnee befreite (3.).

Insgesamt erwischten die Young Boys klar den besseren Start, gerade über die Außen David Degen und Lulic machten die Hausherren viel Betrieb. Chancen ergaben sich aber - na klar - weitgehend zufällig, beispielsweise als Ziegler einen vom Schnee gebremsten Rückpass durch Niedermeier im letzten Moment per Grätsche klären konnte (20.). Kurz nach einer mehrminütigen Spielunterbrechung, in der die Linien freigefegt wurden, forderten die Stuttgarter Elfmeter, weil Elson infolge eines schönen Spielzugs nach Nefs Grätsche fiel. Doch Referee Alon Yefet erkannte die Schwalbe und zückte Gelb (32.).

Statistik & Infos

Das Tor gab's auf der anderen Seite: David Degen durfte sich am rechten Strafraumeck ungestört drehen und in Schussposition bringen, der folgende 18-Meter-Schlenzer segelte über Ziegler hinweg ins Netz (35.). Nur eine Minute später hätte der Ex-Gladbacher beinahe erneut getroffen, diesmal rettete Ziegler klasse. Die aggressiven Berner führten zur Pause also hochverdient.

Kurz nach dem Seitenwechsel durften die tapferen Zuschauer schon das nächste Tor bestaunen, wieder war ein Degen beteiligt - diesmal aber Philipp: Von Camoranesi auf der rechten Seite geschickt, flankte er scharf in den Fünfer, wo Pogrebnyak ein böses Missverständnis zwischen Nef und Keeper Wölfli auszunutzen wusste. Locker schob der Russe zum Ausgleich ein (48.). In der Folge verdienten sich die Gäste nach und nach das 1:1, deutlich engagierter und zielstrebiger trat die Keller-Elf jetzt auf. Harnik verpasste nach einem starken Solo die Führung knapp, Wölfli streckte sich (62.). Sechs Minuten später war es soweit, der 2:1-Torschütze war erst gut 90 Sekunden auf dem Rasen: VfB-II-Angreifer Schipplock verlud nach Camoranesis herrlichem Steilpass Wölfli in seiner ersten Aktion souverän.

Danach mussten die Räumfahrzeuge noch einmal auf den Platz, was folgte, war ein sensationeller Endspurt der Berner: Innerhalb von fünf Minuten trafen die Gastgeber dreimal! Erst fälschte Niedermeier Sutters Diagonalschuss im Strafraum ins lange Eck ab (78.), dann rutschte ein Einwurf zu Mayuka durch, der Ziegler im Eins-gegen-Eins bezwang (81.). Und Sekunden später nutzte der Berner Angreifer die Stuttgarter Tiefschlafphase zum Doppelschlag: Sutters Hereingabe konnte - mal wieder über Molinaros Seite - nicht verhindert werden, Mayuka spitzelte die Kugel über die Linie (82.). Weil das Parallelspiel zwischen Odense und Getafe 1:1 endete, feierten damit auch die Schweizer die Qualifikation für die Zwischenrunde.

Für Stuttgart wird es am Samstag (15.30 Uhr) in der Liga gegen Hoffenheim wieder richtig ernst, allerdings dürfte die Vorbereitung nicht nur unter der unnötigen Niederlage in Bern leiden, sondern auch darunter, dass die Schwaben aufgrund der Sperrung des Berner Flughafens mit dem Bus in die Heimat zurückfahren mussten. Bern erwartet in der Super League Meister FC Basel. Zum Abschluss der Europa-League-Gruppenphase empfängt der VfB am 16. Dezember (21.05 Uhr) Ordense, die Young Boys reisen nach Getafe.