Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 34. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: Frankfurt mit einer Änderung gegenüber dem 3:2 in Schalke: Für Pedersen (EM- Qualifikationsspiel mit Norwegen) verteidigte der wiedergenesene Kutschera. Kaiserslautern in identischer Aufstellung wie beim 3:0 gegen Duisburg, Ballack und Reich zunächst nur auf der Bank.

Taktik: Da es für die Eintracht um Alles oder Nichts ging, war es keine Frage, daß Jörg Berger an der offensiven Ausrichtung festhielt. Libero Janßen agierte meist vor der Abwehr. Die FCK- Stürmer Marschall und Rösler waren bei Kutschera und Bindewald in festen Händen, bekamen von den Frankfurter Verteidigern kaum Freiräume gewährt. Auf der Gegenseite übergaben Koch und Schjönberg die heranstürmenden Frankfurter Yang und Fjörtoft. Hinter den Deckern agierte erneut Ramzy als Libero.

Spielverlauf: Während die Eintracht von Anfang an mit großem Engagement zu Werke ging, lahmte das Kaiserslauterer Spiel vor allem durch Schwächen auf beiden Flügeln und Ideenlosigkeit in der Zentrale (Sforza), die sonst das Paradestück der Rehhagel-Elf bilden. Riedl und Wagner auf der linken Seite gelang wenig, Buck und Ratinho rechts fast gar nichts. Wagner lieferte sich zwar ein bissiges Duell mit Bernd Schneider, ging daraus jedoch als ein klarer Verlierer hervor. Gleiches galt für Ratinho, der in der Defensivarbeit gegen Sobotzik versagte. Hinzu kam, daß die Stürmer sich zu selten von ihren Bewachern lösten, der Wirkungskreis von Sforza durch seinen Gegenspieler Schur stark eingeschränkt wurde. Rehhagels Versuche einzugreifen, blieben im Ansatz stecken. Reich machte seine Sache auf der linken Außenbahn noch schlechter als Riedl, Ballack ging im zentralen Mittelfeld mit unter und Sforza, der nach der Ballack-Einwechslung für Ramzy die Liberoposition übernahm, verlieh der FCK-Defensive keine zusätzliche Sicherheit. Bei Frankfurt hingegen paßte an diesem Tag alles. "Joker" Gebhardt bereitete das 2:1 durch Sobotzik vor, "zauberte" beim 3:1 den Ball selbst ins Netz. Das Risiko, in der Schlußphase den Libero aufzulösen, belohnte der eingewechselte Westerthaler mit der Vorarbeit zum 5:1.

Fazit: Weil am Ende bei Kaiserslautern alle Dämme brachen, gewann Frankfurt mit einer wegen der Sommerhitze unglaublichen Energieleistung auch in der Höhe verdient.

Es berichten Michael Ebert und Uli Gerke