Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 34. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: Bei den Nürnbergern spielte Weigl für den Gelb-Rot- gesperrten Driller auf der rechten Außenbahn.

Bei den Freiburgern ersetzte der 19jährige Vertragsamateur Willi in seinem zweiten Bundesligaspiel den georgischen Nationalspieler Zkitischwili (EM-Qualifikationsspiel in Norwegen) im linken Mittelfeld, Müller vertrat den gelb-gesperrten Schumann auf dem Manndeckerposten.

Taktik: Nürnberg mit der bewährten Pärchen-Bildung auf den Außenbahnen, mit Weigl und Gerber als Antreibern sowie Günther und Störzenhofecker als Absicherung auf den Halbpositionen.

Freiburg dagegen wie immer mit nur einem Spieler auf den Seiten, die drei zentralen Mittelfeldspieler wechselten häufig die Positionen, schalteten sich über den ganzen Platz mit ein und wurden von Angreifer Weißhaupt, der sich häufig zurückfallen ließ, und Libero Hermel, der oft vor die Manndecker rückte. So hatten die Gäste stets ein personelles Übergewicht im Mittelfeld.

Spielverlauf: Nach mäßigem Beginn brachte ein haarsträubender Fehler von Nikl und Baumann - beide ließen in der Vorwärtsbewegung ein Zuspiel passieren, der SC konterte blitzschnell über Wassmer und Weißhaupt - Freiburg auf die Siegesstraße. Auch dem 0:2 ging ein kapitaler Fauxpas voraus, als Diarra nach einer sogenannten Kerze am Nürnberger Fünf- Meter-Raum das Leder unbedrängt per Kopf für Günes auflegen konnte.

Danach wurde Nürnberg immer schwächer, weil sich die Außenbahnen gegen Kohl und Willi nicht entscheidend durchsetzten, weil das Mittelfeld Fehlpässe en masse produzierte und weil das Sturmduo Kuka-Ciric von Müller und Diarra gut abgeschirmt war.

Freiburg kontrollierte das Geschehen souverän, ließ Ball und Gegner laufen, ohne aber mit Macht den dritten Treffer anzustreben. Erst nach dem 1:2, als die Hausherren ihr Kämpferherz entdeckten, wurde es noch einmal dramatisch. Doch Baumann scheiterte nach Nikls Pfostentreffer freistehend aus sechs Metern an Golz.

Fazit: Obwohl Nürnberg die Mehrzahl an Torchancen herausarbeitete, war es unterm Strich ein verdienter Erfolg der Gäste. Freiburg war besser organisiert und flexibler als der Club, wirkte konzentrierter und kompakter und war technisch deutlich im Vorteil.

Es berichten Christian Biechele, Peter Nickel und Michael Pfeifer