Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 31. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld änderte sein Team gegenüber dem Stuttgart-Spiel (2:0-Sieg) auf fünf Positionen. Kahn kehrte für Dreher wieder ins Tor zurück. Den gesperrten Babbel (10. Gelbe Karte), Fink, Daei und Scholl ersetzten Tarnat, Jeremies, Jancker und Zickler. Hertha-Coach Jürgen Röber nahm vier Änderungen nach dem 2:0-Heimsieg über Wolfsburg vor: Sanneh, Herzog, Neuendorf und Schmidt kamen für Thom (Gelb-Rot-Sperre), Van Burik, Tretschok und Reiss.

Taktik: Die Berliner agierten mit einer Dreierkette in der Abwehr, vor der Rekdal als Abfangjäger fungieren sollte. Herzog kümmerte sich um Jancker, Veith und Sverrisson im Wechsel um Basler und Zickler. Preetz war die einzige Hertha-Spitze, Wosz spielte mehr zurückhängend. Wenn es nach vorne ging, wurde Sanneh zu einem echten Rechtsaußen, links stießen im Wechsel immer wieder Veit und Neuendorf nach. Andreas Schmidt bemühte sich, Effenbergs Kreise einzuengen. Die Bayern offenbarten in der Abwehr die eine oder andere Schwäche, weil das Stellungsspiel nicht optimal klappte (Kuffour, Linke). Matthäus war wieder überaus offensiv wie bei Janckers frühem 1:0. Allerdings wurde das Mittelfeld mit weiten Bällen auf Jancker oder Zickler überbrückt, die nicht gut genug unterstützt wurden, weil die Mittelfeldakteure etwas müde schienen.

Spielverlauf: In einer schwungvollen Anfangsphase war es Jancker nach starker Vorarbeit von Matthäus vorbehalten, das 2500. Bundesliga-Tor der Bayern zu erzielen und hatte sogar die Chance auf 2:0 zu erhöhen. Die Berliner kamen kurzfristig aus dem Rhythmus, doch nach einer halben Stunde fingen sie sich und setzten die Bayern unter Druck. In der 42. Minute parierte Kahn einen Veit-Kopfball prächtig, mußte aber neun Minuten nach der Pause wegen einer Bänderdehnung und Kapseleinriß im linken Sprunggelenk (eine Woche Pause) raus. Jancker (Muskelfaserriß in der Bauchdecke) und Matthäus (schwere Muskelverhärtung im Oberschenkel) blieben schon in der Pause in der Kabine. Die Hertha war auch zu Beginn der 2. Halbzeit feldüberlegen, doch Sanneh vergab beim ersten Einsatz von Beginn an beste Chancen. Die Münchener mußten sich im eigenen Stadion auf Konter beschränken. Ihr Spiel lief nicht rund.

Fazit: Die müde wirkenden Bayern schleppten sich mühsam zu einem 1:1. Das aber reichte zum 15. Deutschen Meistertitel. Für die Hertha wäre bei besserer Chancenwertung mehr dringewesen.

Spieler des Spiels

Lothar Matthäus Mittelfeld

2
Spielnote

3
Tore und Karten

1:0 Jancker (12', Rechtsschuss, Matthäus)

1:1 An. Schmidt (72', Kopfball, M. Hartmann)

Bayern

Kahn 3 - Kuffour 4, Matthäus 2 , Linke 4 - Salihamidzic 4, Jeremies 3, Tarnat 3,5, Effenberg 3 - Basler 3 , Zickler 3,5, Jancker 2,5

Hertha

Kiraly 3,5 - Veit 3 , Herzog 4,5 , Sverrisson 3,5 - Rekdal 3,5, An. Schmidt 2 , Neuendorf 2,5, M. Hartmann 3,5, Sanneh 5, Wosz 4 - Preetz 3,5

Schiedsrichter-Team

Torsten Koop Lüttenmark

2,5
Spielinfo

Stadion

Olympiastadion

Zuschauer

63.000 (ausverkauft)

Es berichten Karl-Heinz Wild und Ralf Canal